1. NRW
  2. Krefeld
  3. Kultur

Literarischer Sommer: Lesung mit Trio am roten Tisch

Literarischer Sommer: Lesung mit Trio am roten Tisch

Voller Erfolg: Der Abend mit Annelies Verbeke, Moderatorin Maren Jungclaus und Übersetzer Gregor Seferens.

Krefeld. „Fische retten“, das ist die selbstgestellte Aufgabe der Protagonistin Monique Champagne in dem gleichnamigen Roman von Annelies Verbeke. Aus dem Buch lasen beim Literarischen Sommer in der Fabrik Heeder die Autorin und Gregor Seferens. Er ist Übersetzer aus dem Niederländischen (Harry Mulisch, Anna Enquist) und übertrug in kurzer Fassung die Äußerungen der Autorin.

Sie beantwortete Fragen der Moderatorin Maren Jungclaus und aus dem Publikum. Eine kleine Hälfte verstand das direkt, abzulesen an den direkten Lachern. Überhaupt war der ganze Abend ein Erfolg, denn eine Zuhörerin gab ein fabelhaftes Schlussstatement ab: „Kompliment“, sagte sie, „nun werde ich wieder zu Lesungen gehen“, war ihr begeistertes Fazit.

Die Zuhörerin war bei einer anderen Veranstaltung sehr enttäuscht worden, nun gehört sie wieder zu den Fans des Literarischen Sommers. Die etwa zu zwei Dritteln ausverkaufte abendliche Lesung war die dritte in Krefeld, und das Trio am roten Tisch gab einen interessanten Einblick in den Roman der flämischen Autorin aus Gent. Er ist nach „Schlaf“ der zweite ins Deutsche übersetzte.

„Fische retten“ beginnt mit ausuferndem Aktionismus einer jungen Frau mit Schreibblockade. Als sie wieder vor einem leeren Blatt hockt, kommt ein Anruf eines Wissenschaftlers. Fortan reist sie als Teilnehmerin zu Fisch-Kongressen. Nicht ohne vorher eine Abschiedsparty zu geben. In Fischekostümen, versteht sich.

Aber, das berichtet die Autorin, „die Wissenschaftler nehmen Monique Champagne auf ihren Kongressen nicht ernst. Sie ist immer allein und bleibt einsam.“ Moniques Reise um die Welt ist eine Flucht — sie flieht auch in eine andere Identität, denn sie wird von einer anderen Frau verwechselt und verwandelt sich nicht nur in deren Augen in Stefanie.

Wie‘s endet, erfährt man nur durch eigene Lektüre. Die Autorin übrigens wurde auch nach ihrem Engagement für die Meereswelt gefragt. Sie habe sehr viel recherchiert und sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt: Die Fische seien auch ihr ein Anliegen geworden.