Langjähriger Fotograf der Kunstmuseen Krefeld wird geehrt

Retrospektive : Auf Wanderschaft mit Volker Döhne

Der langjährige Hausfotograf der Kunstmuseen Krefeld erhält eine Retrospektive im Kaiser-Wilhelm-Museum.

Volker Döhne wird am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr im Kaiser-Wilhelm-Museum mit einer Retrospektive geehrt. Ab 20 Uhr können die Besucher drei knallbunte Fotos von Oldsmobilen des Künstlers in einer 12er-Auflage erwerben. Jedes Foto kostet 350 Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was sein ehemaliger Kommilitone Andreas Gursky für ein frühes Foto verlangt hätte.

Museumschefin Katia Baudin zeigte sich am Mittwoch vor der Presse „total begeistert“ über diesen so bescheidenen Mann. „Herr Döhne ist ein Flaneur. Mit ihm begeben wir uns auf eine sehr individuelle Wanderschaft.“ Sie hatte sogar ein schlechtes Gewissen: „Döhne ist so ein spannender Künstler. Ich bin hundertprozentig sicher, er hätte seinen Weg gemacht, wenn er nicht die Stelle bei uns in Krefeld angetreten hätte.“ Statt Karriere zu machen, diente er 38 Jahre lang als Hausfotograf und Grafiker den Kunstmuseen Krefeld. Die freie Kunst entstand nach Dienstschluss.

Dennoch: Döhne hat es nie bereut. Er liebte die Bodenhaftung. Die Museumschefin hofft auf die Zukunft: „Ich bin sicher, mit dieser Retrospektive wird er Erfolg haben. Wenn wir zum Start beitragen können, nachdem er schlichtweg seine Karriere uns geopfert hat, ist es auch schön.“ Für die Krefelder ist die Schau ein Gang zurück in die eigene Vergangenheit. Die Motive liegen oft Jahrzehnte zurück. Jedem Haus in der Rheinstraße widmete er 1990 eine eigene Aufnahme. Und auch die Lücken zwischen den Bauten hielt er fest. „Sucher und Finder“ heißt die Schau. Dabei war er selbst unspektakulären Trampelpfaden auf der Spur. Er konnte auf wunderbare Weise die Kulturräume im Rheinland abschreiten. Nun kann ihm der Betrachter auf Augenhöhe folgen.

Parallel hierzu hat sich das Rotterdamer Künstlerduo Bik van der Pol auf Wanderschaft durch die Museumssammlung begeben und vieles zusammengetragen, was der Natur sowie der künstlichen Natur gilt. Gleich im ersten Raum kombinieren die Medienkünstler eine romantische Ruhrlandschaft des jungen Gursky, ein historisches Gemälde von Heinrich Steinicke und ihre eigene Video-Collage aus künstlichen, reaktivierten und gemalten Landschaften. Mit frischen Blick sichten sie die kostbaren Bestände.

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