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Kunstwerk zieht ins Uerdinger Heimatmuseum

Uerdingen : Kunstwerk zieht ins Heimatmuseum

Marion Schulz-Staufenbiels Skulptur „Uerdingen gemeinsam – und nicht allein“ ist bald im Garten des Bügeleisenhauses zu sehen.

Der Uerdinger Heimatbund arbeitet weiter daran, dass seine Geschäftsstelle, das Bügeleisen Am Zollhof, zum Schmuckstück wird. Nach der Sanierung beherbergt es Heimat- samt Industriemuseum und die wertvolle Herberz-Bücherei. Nun soll auch der kleine blühende Garten am Haus ein Hingucker werden.

Die freischaffende Künstlerin Marion Schulz-Staufenbiel wird ihr Werk „Uerdingen gemeinsam – und nicht allein“ dort auf Dauer installieren. Es war einer ihrer Beiträge zur Rhine Side im vergangenen Jahr. „Ich habe mich dazu einfach inspirieren lassen. Das Werk ist für den Betrachter zugänglich, weniger abstrakt“, sagt die Künstlerin. Sie schlägt darin einen Bogen zwischen Uerdinger Geschichte und Gegenwart. „Beim Heimatbund habe ich den Grundriss des Stadtteils aus dem Jahr 1225 mit allen Wällen und vier Stadttoren entdeckt. Der ist – auf zwei stählernen Basisplatten dargestellt – die Grundlage. Dafür suchen wir aber noch einen anderen, größeren Platz, vielleicht im Uerdinger Stadtgarten oder am Wallgarten.“

Facetten von Einkaufs- bis Karnevalsstadt werden gezeigt

Zu diesen Platten hat Schulz-Staufenbiel bei der Rhine Side eine Gruppe aus neun Personen gesetzt, die Uerdinger Menschen repräsentieren: Eine junge Familie mit drei Kindern, die an einem alten Wall wohnt, und ein anderes Paar, das Uerdingen als Einkaufsstadt würdigt. Die Karnevalsstadt mit einem Standartenträger der Karnevalsgesellschaft op de Höh ist ebenso verewigt wie die Guerilla Picker, die das Rheinufer säubern. Auch eine junge Gymnasiastin im Sportunterricht war auf den Platten von „Uerdingen gemeinsam – und nicht allein“ zu sehen.

„Als wir die kleinen Figuren am Rhein gesehen haben, haben wir überlegt, was nach dem Ende der Rhine Side mit ihnen passieren wird“, berichtet Heimatbund-Vorsitzender Elmar Jakubowski. „Dann hatten wir die Idee, unseren kleinen Garten mit diesen typischen Uerdingern zu schmücken. Sie schaffen eine gute Verbindung zwischen dem Bügeleisen und der Rheinfront, bleiben so erhalten und für alle sichtbar.“

Und mehr noch: Die Leute vom Heimatbund möchten Beleuchtung anbringen und in der Dunkelheit ein Schattenbild der maximal 1,50 Meter hohen und schönen Gruppe an die dahinter liegende weiße Wand werfen. Sobald es möglich ist, wird dieses Kunstwerk Am Zollhof im kleinen Garten einbetoniert, der auch wieder bepflanzt wird.

Für Transport und anfallende Arbeiten hätten die Verantwortlichen des Heimatbundes Leute begeistern können, die die anfallenden Kosten übernehmen würden, erklärt der Vorsitzende weiter. Schulz-Staufenbiel freut sich über die Lösung für die Gruppe. „Denn sie müssen ja in Uerdingen bleiben“, erklärt sie und erinnert daran, dass sie bereits zwei Tage nach dem Aufstellen und Enthüllen verbogen worden war. „Edelstahldesigner Ralf Schulze hat sie dann wieder geradegebogen“, berichtet die Künstlerin.

Dann braucht der „Rheiner“, ihre zweite, aber sehr große Figur, die zur Rhine Side am Ufer des Flusses gestanden hat, eine neue Bleibe. „Mit dem ,Rheiner’ habe ich einen älteren Mann dargestellt, der auf den Rhein blickt, den Bauch vorgewölbt und die Arme im Rücken verschränkt. Er trägt eine Schirmmütze.“ Er müsse unbedingt wieder einen Platz am Rhein bekommen, findet Schulz-Staufenbiel. Doch da sei auch die Stadt gefragt.