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Kunstszene: Wie eine Arche aus Krefeld die weite Reise übers Meer antrat

Kunstszene: Wie eine Arche aus Krefeld die weite Reise übers Meer antrat

Fast im Verborgenen wirkt die Künstlerin Claudia-Maria Feewiese. Doch ihre Arbeiten sind gefragt — sogar im Ausland.

Krefeld. Dicht drängen sich runde, holzähnliche Elemente auf silberner Fläche. Die Form eines Bootes, das sich reliefartig erhebt, ist deutlich zu erkennen. Fast vier Meter lang ist das Bild „Arche Noah “ von Claudia-Maria Feewiese. Es gehörte zu den eindrucksvollsten Stücken, die in ihrem Wohn-und Atelierhaus am Vluyner Platz zu sehen waren. Doch kürzlich hat die Arche eine Reise übers Meer angetreten. Ein Kunde hat sich dieses Werk und einige andere Arbeiten für seine Villa auf Ibiza ausgesucht.

Auch wenn die Künstlerin sich über so einen Verkauf eigentlich nur freuen kann, fällt ihr die Trennung von ihren Bildern nie leicht. Man merkt es gleich im Gespräch: Die sympathische blonde Frau ist Künstlerin mit Leib und Seele.

Doch der Weg zu ihrer großen Leidenschaft war nicht immer einfach. Seit 30 Jahren lebt die gebürtige Gladbeckerin in Krefeld, hat hier zunächst im Betrieb ihres Mannes gearbeitet und zwei Kinder großgezogen. Doch die Ehe scheiterte, und plötzlich war der Zeitpunkt gekommen, einen langgehegten Traum zu verwirklichen. Sie fing zu malen an, zunächst Aquarelle, und merkte bald, dass dies nicht nur ein Hobby bleiben sollte. „Talent hat man geschenkt bekommen“, sagt sie, denn sie hat nie einen Kurs besucht.

Eine erste Ausstellung in privatem Rahmen ist eine erfolgreiche Bestätigung. Sie macht weiter, und ihr schöner Name Feewiese spricht sich herum. „Ich habe einen Stein ins Wasser geworfen, der immer weitere Kreise gezogen hat“, beschreibt sie die Entwicklung. Stolz ist sie auf die anerkennenden Worte eines berühmten Kollegen. „Das Mädel hat Talent!“, soll Herbert Zangs spontan gesagt haben, als er ihre Bilder gesehen hat.

Trotzdem bleibt sie eher Insidern ein Begriff und lässt sich bewusst nicht von einer Galerie vermarkten. Als „Underground-Künstlerin“ hat man sie daher schon mal bezeichnet. „Ich bin Idealistin“, sagt sie über sich selbst und erzählt, wie sie auch Rückschläge gemeistert hat.

Denn so märchenhaft der aus ihrem Ehe - und Mädchennamen zusammengefügte Künstlername auch klingt, so weist er nicht auf eine versponnene Künstlerseele hin. Claudia-Maria Feewiese arbeitet hart, sie stellt hohe Ansprüche an ihre Kunst. Ihre Bilder sind handwerklich aufwendig und bis ins Detail perfekt umgesetzt. Die „Arche Noah“ ist nur ein Beispiel dafür. Wie an der Arche arbeitet die Künstlerin gerne mit verschiedenen Materialien, denen sie durch Bearbeitung einen anderen Ausdruck verleiht. So bestehen die holzartigen Elemente aus Schaumstoff, den sie zurechtschneidet und individuell färbt. Auch die Illusion von Gestein oder altem Holz erzeugt sie mit ganz anderen, oft unscheinbaren Materialien.

Als zweites Element kommen die Farben hinzu, die derzeit einer gedämpften, aber durch den hohen Silberanteil edel wirkenden Palette angehören. Die ausgeprägten Strukturen, die manche Bilder in die Nähe von Objekten rücken, bilden einen Kontrast zu den dezenten Farben.

Nachdem die Arche auf Reisen gegangen ist, bereitet Feewiese sich auf ihre nächste, im Herbst in Stuttgart geplante Ausstellung vor. Im Advent wird sie auch wieder eine Hausausstellung in ihren mediterran gestalteten Räumen organisieren.

Wer an ihrer Kunst interessiert ist, kann einen Termin absprechen: Telefon 50 59 17