Künstlerin Blomeier: „Ich will das Unsichtbare sichtbar machen“

Kunst : „Ich will das Unsichtbare sichtbar machen“

„Mal doch mal Blumen...!“ heißt die Ausstellung von Monika Blomeier im Kunstraum Hüls. Doch es geht keineswegs um Blümchen-Idylle.

Die Aufforderung ihrer Mutter war eindeutig: „Mal doch mal Blumen...!“. Diesem Wunsch hat Monika Blomeier entsprochen, wenn auch auf besondere Weise. Die blühenden Exemplare, die sie malt, sind oft nicht mehr schön. Sie überdecken den Schrecken der Welt. Die Bilder haben immer ein tieferes Thema. Sie sind derzeit im Hülser Kunstraum zu sehen. Der Titel ist klar: „Mal doch mal Blumen...!“.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr öffnet Bildhauer Georg Zimmermann sein Atelier und erfüllt sich seinen langgehegten Wunsch, einen Ort für interdisziplinären Dialog zu schaffen. In seinem Kunstraum, Zur Klausur 4 in Hüls, macht er Platz für Künstler unterschiedlicher Disziplinen der bildenden und darstellenden Kunst.

Die zweite Ausstellung in diesem Jahr zeigt dort Gemälde von Monika Blomeier. „Er hat gesagt, dass er meine Bilder gerne ausstellen möchte und ich habe sofort zugestimmt“, sagt die Künstlerin. Sowohl ausgewählte Werke aus den vergangenen zehn Jahren als auch Arbeiten aus der aktuellen Serie: „Mal doch mal Blumen…!“ sind zu sehen.

Dabei ist sie beruflich als Produktentwicklerin tätig, hat sich die Malerei selbst erarbeitet. „Ich möchte nicht gerne sagen, dass ich Autodidaktin bin, sondern eher, dass ich unbelastet experimentieren kann.“

Ihre Kunst schaffe sie in schlaflosen Nächten. Dann sei sie richtig kreativ, erzählt sie weiter. „Den Wunsch nach einer der Gewohnheit entsprechenden Darstellung, in der der Mensch sich wohl fühlt, komme ich jedoch nicht nach.“ Das wäre ihr langweilig. Ihr geht es mehr um den „Nahkampf mit Blumen“. Die Blüten verdecken eher etwas.

Dieses „etwas“ erkennt der Betrachter erst bei genauem Hinsehen: „Meine Bilder sind bunt und opulent und je näher man auf sie zugeht, desto mehr kann man sehen“, sagt Monika Blomeier. Sie kombiniert Buchseiten und Zeitungsausschnitte zu ihren Bildern, die sich auf die Texte beziehen. Der Künstlerin ist somit das geschriebene Wort als Untergrund für ihre Arbeiten ebenso wichtig wie ihre surreal figurativen Darstellungen der Werke..

Inhaltlich geht es um aktuelle Ereignisse, Träume, Texte von C.G. Jung, um die Themen: „Was ist Deutsch?“, „Der Mensch nebenan“ und um „der Deutschen Lieblingsbeschäftigung, nämlich Angst zu haben.“ Sie zitiert dabei aus überregionalen großen deutschen Wochenzeitungen, klebt Zeitungsausschnitte daraus auf.

Werke in Acryl mit Kaltwachs
oder auf Ölbasis

Sie führt ihre Arbeiten in Acryl mit Kaltwachs, Mixed-Media und Öl aus. Eine weitere Technik, die sie nutzt, ist die Pareidolie. „Hier mache ich das, was wir alle machen, wenn wir in die Wolken schauen und dort Tiere und Gesichter erkennen“, sagt Monika Blomeier. „Ich male genau das, was ich in der Struktur der Farbe erkennen kann. Es geht mir darum, das Unbewusste sichtbar zu machen.“

Manchmal sei es wie eine Ursuppe, der Entstehung von Lebewesen aus organischen und unorganischen Stoffen. Hase, Fisch, Drache oder Held sind bei genauerem Hinsehen auszumachen. Es kommt auf die Perspektive an. „Ich weiß nie, was kommt. Das macht jedoch unendlich viel Spaß.“

Dazu fordert sie auch ihre Besucher auf: Zur Vernissage erhielt jeder einen Umschlag mit Stiften und einem Blatt mit aufgedrucktem kreativem Chaos. „Ich möchte, dass die Leute hinschauen, entdecken, ausmalen und mir ihr ,Werk` per Post zuschicken.“ Es kann Teil von Monika Blomeiers künftiger Kunst werden.