Krimi-Lesung: Glauser-Preisträgerin in Krefeld

Literatur : Glauser-Preisträgerin in Krefeld

Die frisch ausgezeichnete Autorin Jutta Profijt liest bei Krimitagen ab 10. Oktober.

Krieg, Angst und eine Flucht, die für die Syrerin Madiha in einem Flüchtlingsheim in Düsseldorf endet. Und das nur, weil die gehbehinderte 34-Jährige Hilfe von Harun bekommt. Doch der ist eines Tages verschwunden, ein Molotow-Cocktail fliegt durch ein Fenster und seine Kleidung wird gestohlen.

Madiha gibt eine Vermisstenanzeige auf und sucht nach Harun, begibt sich dabei in Gefahr, es gibt einen weiteren Toten.  Mitten ins  Zeitgeschehen hat sich die Krimiautorin Jutta Profijt mit ihrem aktuellen Buch gestürzt.  „Unter Fremden“ heißt der Roman, aus dem die Korschenbroicherin im Rahmen der Krefelder-Krimitage, die am 10. Oktober beginnen, lesen wird.

Erst vor kurzem ist die 51-Jährige für ihren Krimi mit dem Roman-Glauser -Preis 2018 ausgezeichnet worden – von den wirklichen Experten, nämlich dem Syndikat, einem Zusammenschluss von hunderten deutscher, österreichischer und Schweizer Autoren.  Jutta Profijt freut sich sehr, „Gast der Krefelder Krimitage zu sein, die Ina Coelen gefühlt seit hundert Jahren ausrichtet“,  und auf ihre erste Lesung in der Krefelder Mediothek. „Die ist das Vorbild meiner Träume einer Mediothek für Mönchengladbach“, sagt die Schriftstellerin, die viele Jahre in Krefelds Nachbarstadt gewohnt hat.

Bei Lesungen am Niederrhein war Profijt bisher vergleichsweise wenig zu sehen und hören. „Tatsächlich wundert es mich auch, dass ich im Verhältnis doch eher wenige Anfragen aus der Region bekomme. Aber da ich sehr gern Zug fahre und immer gespannt auf neue Städte bin, macht es mir nichts aus. So habe ich Erfurt kennengelernt, Pirna, Leipzig, München kenne ich inzwischen sehr gut, Bremen, Hamburg, Hannover, die Liste wäre noch sehr lang“, erzählt Profijt, die seit der Syndikats-Preisverleihung mehr Anfragen bekommt. „Ich kann es immer noch nicht glauben, wenn die Veranstalter mich als Glauser-Preisträgerin ankündigen.“

Organisatorin Ina Coelen will die 20 noch vollmachen

Bei ihrer Lesung in Krefeld zum Abschluss der Krimitage am 22. November will sie auch Passagen aus ihrem Buch ,Unter Fremden“ präsentieren. „Aber die meisten Menschen, die zu einer Lesung kommen, können selbst lesen und viele kennen auch das Buch schon. Daher erzähle ich immer eine Menge über die Hintergründe, wie es zu der Idee kam, wie ich recherchiert habe. Dieses Mal ganz besonders interessant ist, dass ich für dieses Buch eine neue Arbeitsweise gelernt habe“, macht sie es spannend. „Der Roman von Jutta Profijt ist der Hammer“, sagt die Organisatorin der 17. Krimi-Tage, Ina Coelen. Eigentlich hatte die Krefelderin, die selbst Krimis schreibt, viele Jahre als Verlegerin aktiv war und mittlerweile das Café Coelen am Theaterplatz betreibt, nach 15 Jahren aufhören wollen. „Jetzt mache ich die 20 auch noch voll, was soll’s“, sagt sie.

Sonst war es ein Dutzend Lesungen, diesmal hat sie für acht Veranstaltungen Autoren gesucht und gefunden. Menschen wie Klaus Stickelbrocks. „Der braucht gar nichts Neues zu schreiben, der könnte auch aus dem Telefonbuch vorlesen, so ein toller Typ, ein Alleinunterhalter“, sagt die 60-Jährige. Stickelbrocks habe – wie zum Beispiel auch der Eifler Ralf Kramp „eine große Fangemeinde in Krefeld“.

Schon bei den 1. Krimitagen dabei war Uli Aechtner, jetzt ist sie auch wieder mit von der Partie. „Sie hat ein ganz tolles Buch geschrieben. Ich erinnere mich, dass wir uns mal darüber unterhalten haben, dass Krimiautoren ein Thema wählen müssen, das jeden interessiert, also Geld, Gott oder das Wetter.  Ihr Buch heißt nun ,Mordswetter‘.“

Es gibt Premieren: Neue Autoren, neue Formate

Zum ersten Mal dabei sind Volker Bleek und Kirsten Püttjer, die vor zwei Jahren den Niederrhein-Krimi „Das letzte Hemd“ geschrieben haben. „Sie werden vermutlich einen gemeinsamen Kurzkrimi aus dem Buch ,Killing you softly‘ präsentieren“, sagt Coelen, die sich selbst bei einem neuen Format beteiligt.

Mit Ulrike Dömkes und Christiane Dieckerhoff lädt sie zur ersten Ladies-Crime-Night der Krimi-Tage. „ Jede Autorin liest zehn Minuten, dann klingelt der Wecker oder irgendwas Spektakuläres, es gibt einen Schuss oder so und dann liest die Nächste“, verrät sie, „das habe ich schon mal irgendwo gesehen, dachte vorher das ist total blöd, aber das ist eine wirklich tolle Sache.“

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