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Kresch-Theater: Zur Donau mit Dracula

Kresch-Theater: Zur Donau mit Dracula

Viele ungewöhnliche Uraufführungen in der nächsten Spielzeit.

Krefeld. Geschichten aus dem Reich des Blutsaugers Dracula stehen am Beginn der neuen Kresch-Spielzeit. Im Kinder- und Jugendtheater der Stadt zeigt Graf Dracula in dem Stück "Vampiru" sein blutiges Gesicht und seine mythische, historische Heimat: die Karpaten.

Das Kresch begibt sich wieder einmal ins Grenzland zwischen Kulturen und Sprachen. Nicht mehr die Literatur gibt Vorlagen, zweitrangig die Suche nach formaler Dramaturgie. Das Kresch will ganz konkret werden. So sind denn auch Katja Hensel, die Autorin des Textes, und Kresch-Leiter Helmut Wenderoth im Zug quer durch Rumänien gereist - über holprige Straßen in der Walachei - und dort auf die perfekte Szenerie gestoßen: Eine verlassene Fährstation am Donau-Ufer.

An diesem Ort werden die vier jugendlichen "Vampire" stranden, dort, wo das Fremde ganz nah an sie heranrückt und sie sich selbst als fremd erkennen. Am Ende werden sie mit Dracula Donauwellen verspeisen.

Diese Reise und die anschließende Autorenarbeit verdankt Kresch der Hilfe der Sparkassen-Kulturstiftung, die das Theater bis 2011 mit jährlichen 50000 Euro fördert: Das Langzeitprojekt "Angestiftet" ermöglicht kontinuierliche Erprobung neuer Produktionsweisen von Texten.

"Vampiru" ist nach "Alice" die zweite vom Kresch an Katja Hensel vergebene Arbeit. Inszenierungen ihrer Texte waren jüngst noch in München und Hamburg zu sehen. Für "Alice" stieg sie hier selbst auf die Bühne - und erhielt dafür den Preis als beste Darstellerin beim Kinder- und Jugendtheatertreffen NRW 2008.

Das Kresch-Theater ist auf dem besten Weg ein veritables Uraufführungstheater zu werden: Zwei blutjunge Brüder, Till (23) und Nils (25) Beckmann, werden den Text der zweiten Premiere der Spielzeit zu Papier bringen, das Chatroom-Drama "Hast Du ein Bild von Dir". Den Text zur dritten Premiere schreibt der bereits seit Jahren beim Kresch aktive Autor, Theaterpädagoge und Journalist René Linke. Er folgt den Spuren Astrid Lindgrens und geht darüber hinaus mit "Karlsson fliegt nicht mehr". Ähnliches gilt für Dirk Brall, der nach den "Haushochgeschichten" seinen eigenen Pilgerroman dramatisieren wird: "Wohin führt den Jacob sein Weg." Als Wiederaufnahme wird "Dantons Tod" gegeben, Thema des nächsten Abiturs.

Neben der Arbeit von professionellen Autoren aber bestimmt vor allem das Schreiben von Kindern und Jugendlichen das Programm: Schüler, die in Schreibwerkstätten oder auch in den Kresch-Kreativlabors eigene Texte schreiben oder erspielen, die dann auf der Bühne erprobt und vorgestellt werden. "Am Strom - Auf dem Strom - Unter Strom" heißt das nächste Projekt.

Kulturbüroleiter Jürgen Sauerland-Freer : "Kresch ist niemals Routine, nie langweilig, es sucht immer wieder neue Wege. Es ist ein Zentrum und an vielen Stellen in der Stadt präsent, auch wenn man es nicht sofort merkt, wie bei ,Ab durch die Mitte’."