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Kultur: Krefelder Helm trifft Mona Lisa

Kultur : Krefelder Helm trifft Mona Lisa

Krefeld / Paris. Der 1962 gefundene Goldhelm des fränkischen Fürsten Arpvar wird ab dem 24. September im Pariser Louvre in der Ausstellung „Une brève histoire de l’avenir“ zu sehen sein.Mit anderen historischen Exponaten und Kunstwerken wird der von Professorin Renate Pirling entdeckte Helm im Bereich unter der Pyramide einem weltweiten Publikum präsentiert.

Das nicht ausgeraubte Grab des fränkischen Fürsten Arpvar wurde in der ersten Hälfte des sechsten Jahrhunderts angelegt. Damit war er ein Zeitgenosse des Frankenkönigs Chlodwig. Über 40 Artefakte entdeckte Pirling, darunter Goldmünzen, kostbare Edelsteine, eine Spatha (Schwert) und den berühmten goldenen Spangenhelm. Von derartigen Helmen sind nur 44 Exemplare oder Fragmente bekannt. Ihre Verbreitung reicht von Gotland bis Nordafrika.

Der Fundort des Goldhelms befindet sich im römisch-fränkischen Gräberfeld in Krefeld-Gellep. Mit rund 6500 Gräbern vom ersten bis zum Beginn des achten Jahrhunderts handelt es sich um das größte modern ausgegrabene und dokumentierte Gräberfeld in Europa. Die Funde werden im Archäologischen Museum Krefeld ausgestellt.

Doch nicht nur die Menge der Beigaben, sondern auch die Seltenheit einzelner Stücke verleihen dem Grab mit der Nummer 1782, dem so genannten Fürstengrab, einen besonderen Status. Mit Hilfe einer Goldmünze, eines Solidus des oströmischen Kaisers Anastasius I., konnte das Grab auf die Zeit um 525 datiert werden.

Der Tote war offenbar ein Krieger. Dafür spricht die vollständige Ausrüstung in seinem Grab. Der Helm besteht aus einer eisernen Basis, auf deren Oberfläche bronzene Platten aufgelegt und Bronzespangen aufgenietet wurden. Letztere verleihen dem Helm seinen Namen.

Während er von innen einst mit Leder ausgekleidet war, ist er außen komplett vergoldet und mit Ornamenten versehen. Außer den Wangenklappen war ein Nackenschutz am Helm befestigt, dessen ursprüngliche Form jedoch nicht mehr rekonstruiert werden kann. Bisher gefundene Exemplare dieses Spangenhelms wurden allesamt nach asiatischem, vermutlich iranischem Vorbild gefertigt.

Doch enthielt das Fürstengrab nicht nur Waffen und Pferdegeschirr, sondern auch Gebrauchsgegenstände: Neben einem Bronzetopf mit eisernem Dreifuß, einer Bronzeschüssel und einem bronzenen Kessel fanden die Archäologen ein Kännchen aus demselben Material. Ein aufgelötetes Band trägt eine Inschrift in lateinischer Sprache: ARPVAR ERAT ELEX VNDIQVE PRE. Trotz fehlender Buchstaben lässt sich folgender Sinn entnehmen: „Arpvar war glücklich und überall hoch angesehen“. Red