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Krefeld/Mönchengladbach: Neuer Schauspieldirektor wird gewählt

Theater Krefeld und Mönchengladbach : Die Schauspieler wählen ihren neuen Chef

Neuer Schauspieldirektor: Der Nachfolger von Matthias Gehrt am Theater Krefeld und Mönchengladbach wird demokratisch bestimmt. Generalintendant Michael Grosse erklärte uns wie und warum.

Das Theater Krefeld und Mönchengladbach braucht einen neuen Schauspieldirektor. Der derzeitige Chef der Schauspielsparte des Gemeinschaftstheaters, Matthias Gehrt, wird das Haus nach der Spielzeit 2021/22 verlassen. Auf welchem Wege nun das Theater nach einer Nachfolge gesucht hat – eine endgültige Entscheidung soll am 16. März im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden – ist etwas Besonderes. Er wird gewählt, von den Mitarbeitern, dem Ensemble. Wie dieses Prozedere funktioniert und was es so außergewöhnlich macht, erklärt Generalintendant Michael Grosse.

„Als klar war, das Matthias Gehrt geht, stand für mich die Frage im Raum, ob es nicht eine gute Gelegenheit wäre, einen anderen Weg zu gehen bei einer solchen Stellenbesetzung“, sagt Grosse. Es werde in der letzten Zeit immer intensiver über Machtstrukturen an Theatern, über „vermeintlichen Machtmissbrauch“ oder auch mangelnde Transparenz und Kommunikation diskutiert, so der Intendant. Derartige Probleme sind allerdings von Grosses Haus überhaupt nicht bekannt. So kann er konstatieren: „Ich pflege da einen ganz anderen Stil, aber ich habe den Vorschlag gemacht, ,lasst uns die Stellenbesetzung in die Hand der Sparte legen’.“

Schauspielsparte hatte eine Liste von 15 Namen zusammengestellt

Es ist ein Prozess, mit dem das Haus seit September befasst sei; für eine Ausschreibung gab es zu wenig Zeit. Die Zeit, sich mit neuen Bewerbern auseinanderzusetzen, hätte es nicht gegeben; man wollte die Nachfolge im Frühjahr klären, denn alsbald die Planungen für die Saison 2022/23 beginnen. „Wir haben also überlegt, welche Arbeitskontakte unser Ensemble in den letzten elf Jahren mit Regisseurinnen und Regisseuren hatte, die erstmal für drei Jahre, also bis 2025, für diese Position geeignet wären“, berichtet Grosse. Unter der Leitung der beiden Spartensprecher wurde eine Liste von etwa 15 Namen erstellt, von denen nach Diskussion sechs übrigblieben. Sowohl männliche als auch weibliche Kandidaten, die angefragt wurden, ob sie sich das vorstellen könnten. Nachdem man Antworten erhalten hatte, wurde ein Fragen- und Themenkatalog als Entscheidungsgrundlage entwickelt, die die Bewerber schriftlich beantworten sollten. Dies dauerte bis Anfang Dezember, so Grosse.

Am Ende blieben drei Bewerber übrig. Mit denen wurden sehr ausführliche Gespräche geführt. Nach einer abschließenden Diskussion wird am Montag aus diesem Trio eine Nachfolge gewählt. Und benachrichtigt.