Krefeld: Ein Spiel mit Textilien und Licht

Textilmuseum : Ein Spiel mit Textilien und Licht

Die gebürtige Krefelderin Barbara Jansen zeigt ihre Arbeit noch bis Sonntag im Textilmuseum.

Barbara Jansen komponiert. Ihre Stücke kann man aber nicht hören, sondern sehen. In ihrer Arbeit „Colour Collage“ verschmelzen Textilien und Licht, Zeit und Bewegung. Die studierte Textil- und Oberflächendesignerin und gebürtige Krefelderin vereint diese Komponenten zu einem ästhetischen Ganzen. In der Ausstellung „Asia – Europe IV. Fiber Art“ im Deutschen Textilmuseum fällt ihr außergewöhnliches Kunstwerk auf, in das optische Fasern und LEDs als aktiver Bestandteil in eine gewebte Textilstruktur eingearbeitet worden sind. Noch bis Sonntag, 18. August, ist die Ausstellung zu sehen.

„Ich bezeichne meine Textilien als Instrumente“, sagt Jansen. Die Idee zu diesem Instrument hatte sie bereits 2004. Die ein-mal-ein Meter große Arbeit gliedert sich in zehn Segmente. „Jeder Streifen ist eine Stimme“, erklärt Jansen. Eine LED-Lichtquelle befindet sich im Rahmen, damit kann sie Bewegungen und verschiedene Muster erzeugen. „Colour Collage“ ist ein am Computer komponiertes Stück bestehend aus drei Teilen mit jeweils unterschiedlichen Farbstimmungen.

Die Arbeit „Colour Collage“ wird auf der Asia-Europe-Ausstellungstour durch Europa nur im Deutschen Textilmuseum in Krefeld gezeigt. Museumsleiterin Dr. Annette Schieck hat sich von Kuratorin Marika Szàraz diese besondere Position und wegen der Herkunft der Künstlerin gewünscht. „Ich freue mich wahnsinnig, dass ich hier ausstellen darf“, sagt Jansen. „Für mich sind meine Wurzeln in dieser Stadt und speziell in diesem Museum“, betont die ehemalige Waldorfschülerin.

Auch Arbeiten aus Draht oder Papier sind zu sehen

Weil entsprechende Handwerksbetriebe hier jedoch keine Ausbildung mehr angeboten haben, verließ sie mit 19 Jahren die Stadt, studierte zuerst Textildesign in Berlin, dann in Schweden. Heute wohnt sie in einem Ort östlich von Göteborg. „Meine Familie lebt aber noch hier“, so Jansen. Neben der Arbeit der gebürtigen Krefelderin sind in der aktuellen Ausstellung im Textilmuseum noch rund 40 weitere zu sehen. Fiber Art lasse alles zu, was Fasern im weitesten Sinne betrifft. Zum Einsatz kommen Materialien, die den Eindruck von Fasern erwecken, also Draht, Papier oder Kunststoffe. Sie werden in  Techniken der Textilkunst verarbeitet. Red

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