Krefeld: Das Kreschtheater geht in den Zoo

Aufführung : Das Kreschtheater geht in den Zoo

Das Stück „Zoo oder so ist das Leben“ kommt in den Tierpark an der Uerdinger Straße. Premiere ist am Sonntag, 26. Mai.

Kinder ahmen gerne Tiere nach. Sie bellen oder gehen auf allen Vieren. Auch Tiere gucken sich manch menschliches Verhalten ab. Gorillas, die in der Obhut von Pflegern aufwachsen, lernen, auf zwei Beinen zu stehen, da das für sie „normal“ erscheint. Es gibt ebenso besondere emotionale Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Das Kreschtheater greift dies auf und geht mit dem Stück „Zoo oder so ist das Leben“ in den Tierpark.

„Die Geschichte plädiert deutlich für ein respektvolles Zusammenleben von Mensch und Tier. Dazu ist der Zoo ein passender Schauplatz. Wir sind gerne hier zu Gast“, erklärt Dramaturg Helmut Wenderoth im Pressegespräch. Es ist das vierte Stück, das er unter seinem Pseudonym Jakob Nain verfasst hat. Diesmal hat er es eigens für diesen Schauplatz geschrieben.

Die Geschichte von Herrn Katz und Frau Maus

„Ich wollte ein amüsantes Theaterstück mit sympathischen Charakteren über Menschen und Tiere schreiben“, erklärt der Dramaturg weiter. „Daraus ist die Geschichte von Herrn Katz und Frau Maus entstanden, die zufällig im Zoo aufeinandertreffen und eine kurzweilige und ausgelassene Zeit miteinander verbringen.“

Beide hätten eine große Leidenschaft für Tiere und ihre Geschichten, berichtet er weiter. „Sie spielen miteinander und brummen gemeinsam wie Bären, kreischen wie Papageien oder watscheln wie Pinguine.“ Das Stück richtet sich an ältere Kita- und Grundschulkinder im ersten und zweiten Jahr. Es macht aber auch den Eltern Spaß.

Regisseur Predrag Kalaba erklärt: „Im respektvollen Umgang miteinander haben Mensch und Tier noch Luft nach oben. Herr Katz und Frau Maus treffen sich im Zoo. Beide lieben Tiere, das verbindet sie. Sie haben keine Angst, sich zum Affen zu machen.“

Weiter sagt er: „Natürlich will ich das Publikum unterhalten. Und ich will zeigen, dass wir Menschen besser mit den Tieren umgehen sollen, weil wir alle, und damit meine ich alle Lebewesen auf diesem Planeten, abhängig voneinander sind. Wir bilden zusammen ein riesiges, lebendiges Netzwerk. Wenn ein großer Teil dieses Netzwerkes rasant verschwindet, sterben wir alle.“

Freude bei Zoo-Direktor
Wolfgang Dreßen

Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen freut sich über das Theater im Zoo. „Das hatten wir nach den Stücken ,Geschichte einer Tigerin’, dem Soloauftritt von Intendant Michael Grosse oder Benefiz an der Erdmännchen-Lodge lange nicht mehr.“ Es sei schön, dass der Zoo die Bühne für ein eigens für ihn geschriebenes Theaterstück sei.

Es gebe neue Aufgaben für die Zoos, berichtet er weiter. „Wir müssen langfristiger denken, wenn es um hochbedrohte Pflanzen- und Tierarten geht. Den Wisent würde es ohne den Zoo nicht mehr geben. Wir müssen bei den Kita-Kindern anfangen, sie für viele Themen sensibilisieren. Wenn ich die Tiere liebe, setze ich mich für sie ein.“

Die Schauspieler sind von ihren Rollen angetan. Thorsten Strunk (Herr Katz) erklärt: „Wenn du einen findest, der genauso verrückt ist wie du, halte ihn fest. Das ist der Beginn einer schönen Freundschaft.“ Ilka Luza (Frau Maus) sagt: „Der freundliche Respekt der Menschen untereinander strahlt aus.“

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