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Kinderkonzert: Spannende Abenteuer eines kleinen Cellos

Kinderkonzert: Spannende Abenteuer eines kleinen Cellos

Kinder musizieren in der Musikschule zugunsten von anderen Kindern.

Krefeld. Gebannt schauen hunderte Kinderaugen auf die jungen Musiker, die ihre Zuhörer in eine märchenhafte Welt entführen. Sie erzählen am Samstag die Geschichte von Leopold, einem kleinen Viertelcello, das gemeinsam mit seinen Freunden jede Menge Abenteuer erlebt. Passend zu seinen Abenteuern die Musikstücke: Mal tönen klassische Lieder von Bach durch die Friedenskirche und gleich darauf erfüllen moderne Jazzstücke das Gebäude.

„Es ist ein Benefizkonzert von Kindern für Kinder“, erklärt die Pädagogin Julia Polziehn. Die Cellistin organisiert seit 2009 die Kinderkonzerte, dieses Konzert zum ersten Mal im Rahmen der Musikschule: „70 Schüler im Alter von drei bis 18 Jahren zeigen ihr Können an der Geige, am Cello oder an der Bratsche und wollen damit etwas Gutes tun“, erklärt Polziehn.

„Leopold und die verzauberte Partitur“ hat sich die Cellopädagogin selbst ausgedacht, indem sie um bestimmte Musikstücke eine kinderfreundliche Geschichte arrangierte. Abwechselnd liest Polziehn die Geschichte vor, dann folgt das passende Musikstück: Aufmerksam, manchmal lächelnd und manchmal ernst verfolgen die kleinen Zuhörer die Musik. Man sieht förmlich in ihren Gesichtern, in welche Fantasiewelt die Musik die Kinder entführt. „Das Konzert ist besonders für die Kinder, die sonst nicht zu Konzerten gehen können“, sagt Polziehn.

Auch den 70 jungen Musikern macht das Konzert Spaß, denn sie sind stolz, helfen zu können. Von Lampenfieber ist da aber keine Spur: „Wenn einer sich verspielt, ist nicht so schlimm, denn in der großen Gruppe hört man es ja nicht“, sagt der elfjährige Clemens Dautermann. Der Junge spielt schon seit sieben Jahren das Saiteninstrument und übt täglich: „Das Schöne am Cello ist, dass man jede Musikrichtung damit spielen kann“, sagt er. Beim Konzert sieht man, mit wie viel Hingabe und Konzentration der Junge die kurzen Musikstücke spielt.

Auch wenn nicht alle Plätze der Kirche besetzt sind, so hören die anwesenden Kinder und ihre Familien der Geschichte aufmerksam zu. Nach dem einstündigen Konzert bitten die Mitwirkenden um eine Spende: „Wir wollen den Stipendienfonds ,Musik macht stark’ unterstützen, dieser öffnet benachteiligten Kindern den Zugang zur elementaren Musikausbildung“, sagt Julia Polziehn.