1. NRW
  2. Krefeld
  3. Kultur

Kinderkonzert: Kiko plaudert mit dem Rauschebart

Kinderkonzert: Kiko plaudert mit dem Rauschebart

Die Sinfoniker ernten stürmischen Beifall von den Zuhörern. Daniel Minetti glänzt als Johannes Brahms.

Krefeld. Einen solchen Gast hatte Kiko noch nie im Kinderkonzert: „Tritt mir doch mal einer in den Po! Das soll Johannes Brahms sein?! Der sieht ja aus wie ein Gartenzwerg!“, empörte sich der „Kobold für alle Fälle“ zum Vergnügen der kleinen und großen Zuhörer, als der berühmte Komponist auf die Bühne trat.

Einen der „drei großen Bs“ hatte Kiko sich ganz anders vorgestellt, jedenfalls nicht „wie einen Alm-Öhi“. Doch Johannes Brahms (Daniel Minetti in einer Paraderolle) blieb gelassen und erklärte, warum er den mächtigen Rauschebart trägt: „So brauche ich keine Serviette, wenn ich Suppe esse, und muss mir auch nicht so oft den Hals waschen.“

Und dann plauderte Kiko mit dem „lieberigen Hannes“ über alles Mögliche: über Brahms’ Kindheit in Hamburg und die Tanzmusik, mit der alles angefangen hatte, über seine großen Hände und über diese Clara, die es da mal gab. Während der Komponist sich sein Sonntagsessen schmecken ließ, spielten die sichtlich entspannten Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von Andreas Fellner mit erfrischendem Elan zwei der Ungarischen Tänze und ließen sich willig von dem Gast zum richtigen Tempo für die Variationen über ein Thema von Haydn beraten.

Ein musikalischer Höhepunkt war, neben dem Wiegenlied, bei dem auch das Publikum einstimmte, das Allegretto grazioso aus der Klarinetten-Sonate f-Moll mit Olaf Scholz (Klarinette) und Michael Preiser (Klavier). Einmal stockte den Kindern der Atem, als Brahms auf die Frage, warum er denn nie mit sich selbst zufrieden sei, lospolterte: „Haben Sie schon einmal eine Sinfonie von Beethoven gehört? Wie kann man danach noch Musik schreiben?“

Doch dem Orchester gelang der dritte Satz aus Brahms’ erster Sinfonie so überzeugend und in sich geschlossen, dass Kiko jubelte: „Schöööön, sehr, sehr, sehr schön. Das klingt aufwühlend und vergnügerisch zugleich.“ Als Anerkennung gab es für Brahms den „gezimmer-zauber-bastelten“ Hut als Ersten Ehrendoktor der Kinderkonzerte und für die Musiker stürmischen Beifall von den kleinen Zuhörern: „Das war spannend und lustig.“

Beim nächsten Kinderkonzert spielen die Niederrheinischen Sinfoniker am 12. Mai (11 Uhr) „Eine Kleine Zoomusik“. Karten unter Telefon 80 51 25.