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Kultur: Johannes Brahms und Krefeld

Kultur : Johannes Brahms und Krefeld

Der Komponist dirigiert zwischen 1880 und 1885 zahlreiche seiner Werke in der Stadt. Hier kommt es auch zu einem Zerwürfnis mit Dirigent Hans von Bülow.

Der Humorist und Komiker Heinz Erhardt muss den Komponisten und Pianisten Johannes Brahms (1833-1897) auch gekannt haben, denn in seinem Gedicht „Die Sängerin“ reimt er: „Sie sang Schubert, Linke, Brahms, der Beginn war acht Uhr Ahms“. Krefeld jedoch hat eine echte Beziehung zum Musiker, der im Januar 1880, also vor 140 Jahren, zum ersten Mal nach Krefeld kam. Im Stadtbrief für die Jugend, Ausgabe Nr. 32 von August 1962, berichtet Heinz von Beckerath über Brahms´ Besuche in der Seidenstadt. Der Komponist wohnte stets beim Onkel von Beckeraths, Rudolf von der Leyen. Hier fanden, neben den öffentlichen Konzerten, auch zahlreiche musikalische Abende im kleinen Kreis statt. Brahms blieb jeweils mehrere Tage in Krefeld, er fühlte sich dort besonders wohl.

Sehr zufrieden mit dem Chor des Singvereins und dem Orchester

In acht Konzerten dirigierte Brahms von seinen Werken in Krefeld die 2., 3. und 4. Symphonie, sein Violinkonzert und seine Rhapsodie op. 53. Außerdem das Schicksals-, Triumph- und Parzenlied. Ebenso den fünften Teil seines op. 45 „Ein deutsches Requiem“ und sein 2. Klavierkonzert. Sehr zufrieden soll er sich über den Chor des Krefelder Singvereins und das Orchester geäußert haben. Von Beckerath zitiert ihn: „In keiner anderen Stadt ist mir ein so angenehmes Musizieren möglich“.

Im Jahrbuch Die Heimat, Jahrgang 44 aus 1973, wird von der Freundschaft Brahms’ zu dem damals berühmten Dirigenten Hans von Bülow berichtet. In Krefeld kam es jedoch zu einem Zerwürfnis, denn Brahms hatte wohl dem Dirigenten das Aufführungsmonopol für seine 4. Symphonie gegeben und diese Zusage gebrochen. Deshalb kam es, als von Bülow in Krefeld ankam, zu einem Streit. Der Dirigent sollte ursprünglich beim Brahms-Freund von der Leyen logieren, zog es jedoch nach einem Disput am Hauptbahnhof vor, in ein Hotel zu ziehen. Seit Mai 1905 gibt es übrigens im Musikerviertel zwischen der Innenstadt und Bockum eine Brahmsstraße.