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Jazzkeller: Volker Diefes wagt ersten Crash-Test mit neuem Programm

Jazzkeller: Volker Diefes wagt ersten Crash-Test mit neuem Programm

Der Lokalmatador vermittelt „Spaß satt“ — und schlägt dennoch diesmal deutlich ernstere Töne an.

Krefeld. Das neue Programm „Spaß satt“ geht Comedian und Lokalmatador Volker Diefes schon recht flott von der Hand. Schließlich ist es nur der erste Crash-Test, den er da im Jazzkeller vollzieht. „Etwa zehn Vorstellungen brauche ich, bis alles sitzt“, verrät er der WZ. Und dass er selbst als alter Haudegen bei der Vorpremiere noch immer das gewisse Kribbeln im Bauch verspüre. Kommen die neuen Lieder an? Sitzen die Pointen?

Die Aufführung hätte am Mittwochabend mehr Besucher verdient gehabt, was Organisationsfehler leider verhinderten. Der in der Presse angekündigte Vorverkauf hatte keine Karten und die Homepage des Jazzkellers wies seinen Gast gar nicht erst aus. Aber zum Lernen sind Vorpremieren ja da. Das schmälerte jedoch nicht die Freude der wenigen Besucher an der kurzweiligen Unterhaltung.

Diefes beginnt mit einem Gedicht. Man soll das Leben nicht so ernst nehmen, sondern lieber „Spaß satt“ haben, erläutert er. Schon sein Papa habe immer gesagt: „Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst eh nicht lebend raus.“ Sein Vater habe „Spaß satt“ auch schon mal als „Faxen dicke“ interpretiert.

Stark ist Diefes immer dann, wenn er mit seiner rauchigen Stimme Lieder anstimmt: mit eigenen Texten und Melodien. Dabei variiert er zwischen witzig, komisch, poetisch und nachdenklich. In „Ich bin furchtbar mittelmäßig“ macht er sich kleiner, als er ist, tänzerisch hinreißend begleitet. Ein Höhepunkt ist der Slapstick-Song „Weg“ mit einem Helfer „ohne Rücken und Knie“ aus dem Publikum.

Witzig ist er auch zwischen seinen Songs. Humor aktiviere die gleiche Hirnregion wie Kokain, sagt er. Und verrät, was Östrogene im Bier anrichten: „Nach zehn Bier kannst du nicht mehr einparken, nach 15 willst du alles ausdiskutieren.“

Fazit: Diefes zeigt sich schon recht textsicher. An einigen Stellen sollte der 42-Jährige allerdings noch etwas feilen — etwa der, in der er sich als stolzer Vater einer Tochter präsentiert. Dann wird er auch mit der leiseren Variante zum vorigen Programm Erfolge einfahren.

Premiere ist am 15. September im Podio.