Jansen präsentiert neue Lieder auf Deutsch

Markus Maria Jansen, Markus Türk und Andre Hasselmann spielten im „Unrock“.

Jansen präsentiert neue Lieder auf Deutsch
Foto: privat

Krefeld. „Ich saß auf Fuerteventura und habe überlegt, worauf habe ich jetzt Lust — und das war Jansen“, erzählt Markus Maria Jansen (1957), inzwischen wohl der Stammesälteste der Krefelder Independent-Szene. Natürlich meint Jansen nicht sich selbst, sondern seine Band Jansen. Einen ersten Gig absolvierte Jansen als Trio jetzt im „Hinterzimmer“ des Plattenladens Unrock am Karlsplatz.

Als Egotrip war das Projekt bei seiner Gründung 1998 aber schon gedacht. Die Band M. walking on the water, in der Jansen zusammen mit Mike Pelzer den Ton angab, hatte sich ein Jahr zuvor für unbestimmte Zeit von der Bühne verabschiedet, und mit Jansen wollte Jansen mal was anderes machen. Das bezog sich vor allem auf die Sprache der Lieder. Bei Jansen singt Jansen Deutsch.

Von der Urbesetzung ist jetzt nur der Jazztrompeter Markus Türk übrig geblieben, aber den hat Jansen fürs Revival zum Spielen des E-Bass verdonnert. Türk meistert den Wechsel von drei Ventilen auf vier Saiten ganz passabel, das mag daran liegen, dass er in anderen Zusammenhängen auch schon mal zur E-Gitarre greift. Die jazzige Trompete gibt’s bei zwei, drei Stücken als Dreingabe. Am Schlagzeug sitzt Andre Hasselmann, der vor geraumer Zeit den ersten Schlagzeuger der Band ersetzt hat.

Tatsächlich hatte Jansen jetzt auch zehn neue oder zumindest bisher nicht präsentierte Lieder im Gepäck, die sich mit den alten Songs wie „Das kleine Universum“, „Politiker“ oder „Ekel“ aber bestens vertrugen.

Neu ist zum Beispiel „Sommer 13 Neptun“, dessen Refrain lakonisch feststellt: „Der Sommer 13 war ganz prima, schlecht war nur das Mikroklima.“ Das Lied sei ihm aber eigentlich zu lustig, meint Jansen, mit „Alles vorbei“ oder „Der schwarze Kuss“ liegt er dafür mehr auf dem melancholischen Kurs, der ihn schon immer auszeichnete.

Richtig schwer wirkt Jansens Melancholie aber nach wie vor selten, der Träne im Knopfloch gesellt sich immer noch ein clowneskes Grinsen darüber bei, dass der Lauf der Welt nicht aufzuhalten ist und trotzdem immer wieder alles beim Alten bleibt.

In der aktuellen Besetzung wirken die Lieder rauer und direkter als früher. Mit seiner rockig gespielten Gitarre findet der deutsche Liedermacher Jansen klanglich eher bei den großen amerikanischen Singersongwritern des Rockfolk Anschluss als bei hiesigen Kollegen — und das ist gut so. kMs

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