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Krefeld: Internationale Klavier-Meisterkurse sind eröffnet

Krefeld : Internationale Klavier-Meisterkurse sind eröffnet

Dozentin Ewa Poblocka stellte sich mit einem Eröffnungskonzert in der Musikschule vor.

Krefeld. In der Woche vor Ostern veranstaltet Kawai Europa die Internationalen Klavier-Meisterkurse Krefeld. „Das ist die elfte Runde dieses Jahr“, erwähnt Philipp Potz, künstlerischer Leiter bei Kawai, in seiner Begrüßung beim Eröffnungskonzert. Sieben Teilnehmer aus Japan, Russland, Korea und den USA hat man diesmal zu dem Intensivkurs eingeladen sowie die polnische Pianistin Ewa Poblocka als Dozentin.

Die Kursstunden für die herausragenden Nachwuchspianisten sind öffentlich. Zur Tradition der Meisterkurse gehört es, dass die Dozenten sich in einem Eröffnungskonzert vorstellt. Mit ihrem Programm macht Ewa Poblocka deutlich, dass ihr die Musik der Romantik und natürlich diejenige ihres berühmtesten komponierenden Landsmanns, Frédéric Chopin, besonders nahe liegen.

Das schimmert beim ersten Stück des Konzerts im ausverkauften Helmut Mönkemeyer Saal der Musikschule durch, der Fantasie in d-moll (KV 397) von Wolfgang A. Mozart. Sie interpretiert das kleine Werk der Klassik in romantischer Spielweise, sehr weich mit starkem Pedaleinsatz.

Außerdem phrasiert sie das Stück so stark, seziert es fast, dass auch kein richtiger Fluss entstehen will. Befremdlich und ein kaum zu erkennender Mozart. Dann taucht sie in den originalen Klangkosmos der Romantik mit den vier Impromptus (op. 90) von Franz Schubert ein. Ein Spiel wie von einem anderen Stern, verglichen mit der Mozart-Interpretation. Mit viel Einfühlungsvermögen und Seele, Spannungsbögen und einem Fluss, der mitzieht, so fasziniert ihr Spiel nun.

Das zweite Impromptu vereint virtuose Läufe mit tänzerischen Akzenten. Beim dritten Impromptu kann man sich an jeden Ton der sehr vertrauten Themen hängen, innerlich die Melodien mit summen und die wunderbar liedhafte Präsentation genießen. Bei ihrer Interpretation des vierten Impromptus hört man manchmal die klaren, strahlenden Töne eines etwas härteren Anschlags, die man bei der Mo-zart-Fantasie vermisst hat.

Nach der Pause folgt ein schöner Querschnitt durch die Werke Chopins: Balladen, Walzer, eine Nocturne und ein Impromptu. Der Ausflug in die Klangwelt des polnisch-französischen Romantikers wird zu einem besonders authentischen Erlebnis. Er zeigt, dass diese Kompositionen für Poblocka im wahrsten Sinne des Wortes ein Heimspiel bedeuten. Ein langer begeisterter Applaus kann ihr noch eine Zugabe entlocken.