Im Zeichen des Hörnchens: Folklorefest gesichert

Im Zeichen des Hörnchens: Folklorefest gesichert

Trotz finanzieller Herausforderungen bleibt das traditionelle Fest am Ende der Sommerferien ohne Eintritt.

Krefeld. Eine gute und eine schlechte Nachricht für die Freunde des internationalen Folklorefestes an der Alten Kirche: Auch die 36. Auflage ist gesichert. Am letzten Sommerferienwoche, am 30. und 31. August, ist es wieder soweit. Die schlechte: Außer für Wasser steigen die Getränkepreise um rund fünf Prozent. Ein großes Bier (0,3 Liter) kostet dann 2,50, bisher gab es 0,2 Liter für 1,50 Euro.

Vorstandsmitglied Harry Emke führt das auf steigende Kosten zurück. „Mit allem Drum und Dran kostet das Festival rund 50 000 Euro. Es soll aber weiter ohne Eintritt auskommen.“ 10 000 Euro steuert die Stadt bei, Gebühren sind aber zu Normaltarifen für die Gema, die SWK und GSAK fällig. Und dann sind da noch die Honorare für die Musikgruppen. „Da haben wir aber auch Obergrenzen, mehr als 4000 Euro einschließlich Spesen sind nicht drin“, sagt Emke.

Programmleiter Jordi Preußer konnte trotzdem aus dem Vollen schöpfen. Rund hundert Bewerbungen lagen dem Vorstand des Folklore-Vereins vor. Der Nachfrage für den Tanzabend am Freitag wird diesmal mit der Tarantella Rechnung getragen. Den süditalienischen Volkstanz präsentiert die Gruppe Spakka-Neapolis 55. Die Gruppe kommt stilgerecht aus der Stadt am Fuß des Vulkans Vesuv.

Für Straßenmusik sorgt Samstag die heimische Gruppe Sound Pregnancy. Flatlandersfolk nennt sich das Duo aus Willich, das erdigen, irisch-keltischen Folk in die City bringt. Türkisch hingegen singen Kent Koda aus Köln. Ihre Musik ist westlicher Indie-Pop.

Am Samstag kann Moderator Helmut Wenderoth vom Kresch-Theater auf zehn Jahre Tradition zurückblicken. Und er kann richtige Knaller präsentieren. Den Auftakt macht Samstag Mika Vember und Band. Die Gruppe aus Wien webt um Stimme und Gitarre von Mika einen lebendigen Sound mit einem bunten Instrumentarium. Die Songwriterin und Sängerin gilt als eine der prägnantesten Stimmen der neuen Wiener Popmusik.

Cankisou kommt mit Ethno-Rock und exotischen Instrumenten aus Brünn in Tschechien. Das Weltenbummler-Septett wird mongolische und Weisen aus Borneo auf die Bühne bringen. Auch aus Tschechien, aus Prag, kommen N.O.H.A., eine kosmopolitische Gruppe. Der Pressetext: „Ein lebendig atmender Tornado“, bei dem Musiker aus New York und Sao Paulo Weltmusik präsentieren.

Sinti-Swing, Chanson, Folk, Jazz und Rock oder auch poetischer Punk sind das Markenzeichen von Les Yeux d‘la Tete. Die sechs Musiker aus Paris haben ihre musikalischen Wurzeln in den Treppen und Spelunken von Montmartre. Preußer stolz: „Die wollten wir immer schon haben.“

Bleibt noch zu notieren: Das Fest steht in diesem Jahr im Zeichen des roten Eichhörnchens, das von seinen nordamerikanischen Artgenossen, dem grauen Hörnchen, bedroht ist. Erneut gibt es eine Woche zuvor einen Malwettbewerb, der von den Händlern im Schwanenmarkt gesponsert wird. Im Kinderprogramm spielen Zaches und die Grenzgänger aus Bremen, das Vorprogramm bestreiten die Seidenstädter Mondo Mash Up Soundsystems.

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