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I Love Stand Up zieht in die große Halle

I Love Stand Up zieht in die große Halle

Comedytalente sorgen seit 2015 für Schlangen vor der Kulturfabrik — zum Jahresabschluss gibt es zum ersten Mal 440 statt 130 Tickets.

Die Krefelder Kulturfabrik lädt für Freitag, 14. Dezember, zu einem „Best of I Love Stand Up“ ein. Das Besondere: Die Veranstaltung findet zum ersten Mal in der großen Halle der Kufa statt. Moderator Heino Trusheim bittet neben drei lokalen Comedians seinen langjährigen Wegbegleiter, Grimmepreisträger und den Namensgeber des Formats als Headliner auf die Bühne: Oliver Polak. Seit 2001 macht Heino Trusheim Comedy. 2012 gründete er das Label I Love Stand Up in Hamburg. 2015 folgte die erste Show in der Krefelder Kufa. Seit dem ist (fast) jede Show in der kleinen Halle ausverkauft.

Jeden zweiten Dienstag im Monat treten acht bis zehn Newcomer und erfahrene Comedians der rheinischen Comedy-Szene auf der Kufa-Bühne an, um neue Gags auszutesten. Sie fragen sich, wie das Publikum reagieren wird? An welchem Gag muss noch gearbeitet werden? Oder ganz grundsätzlich: Habe ich das Zeug zum Stand-Up-Comedian? Trusheim selektiert und vernetzt, coacht und vermittelt: „Wenn ich die Wahl habe zwischen einem guten und einem bekannten Comedian, nehme ich den guten.“

Die Shows sind beliebt, und die Gäste kommen aus einem Umkreis von 50 Kilometern nach Krefeld. Auch die Comedians nehmen kleinere Reisen für die unbezahlten Auftritte in Kauf. Viele kommen aus Köln. Aber auch lokale Comedy-Größen sind regelmäßig auf der Bühne anzutreffen. Einer von Ihnen ist Kristian Kokol. Der Krefelder, der auch eine Zeit in Köln lebte, zählt zu den erfahreneren Künstlern und weiß, wie das Format funktioniert (die WZ berichtete). Dennoch ist er jedes Mal nervös. „Neue Texte vorzutragen ist immer etwas Besonderes. Man weiß nie, wie die Leute reagieren.“

Ein Open-Mic-Abend ist für die Gäste und Künstler ein besonderes Erlebnis. Die Comedians sind zum Greifen nah, unterstützen sich gegenseitig und stehen den Gästen auch für Gespräche zur Verfügung. Manche erst nach ihren Auftritten, denn die Anspannung ist spürbar. Während einer mit den Kollegen flachst, um die Nervosität in den Griff zu bekommen, zieht ein anderer Kreise auf dem Parkplatz und geht den neuen Text in Gedanken noch einmal durch.

Viele, die bei I Love Stand Up auftreten, sind nun einen Schritt weiter und tauchen zum Beispiel in prominenten 1Live-Formaten auf. „Simon Stäblein, Thomas Schmidt und Serkan Ates waren auch schon beim Open Mic“, freut sich Trusheim. „Aber das sind nur drei Namen von vielen tollen Künstlern. Der Besuch lohnt sich immer.“

Nachdem Trusheim über drei Jahre an der Show gearbeitet hat, kommt jetzt der nächste Schritt. „Ich habe mit den Leuten von der Kufa schon länger darüber gesprochen, den nächsten Step zu einer großen Show zu gehen. Mit dem Publikum übrigens auch. Jahrelang. Die dachten irgendwann: Ja, verdammt, wann denn endlich? Aber alles braucht seine Zeit“, erklärt der Wahl-Hamburger und gebürtige Moerser, der für die Shows nach Krefeld fährt. Während die kleine Halle jeden zweiten Dienstag im Monat mit 130 Gästen ausverkauft ist, passen ganze 440 Personen in die große Halle.

Drei Lokalgrößen der Comedy stehen auf der Bühne. Unter ihnen Kristian Kokol. Er zählt zu den beliebtesten Comedians des Formats. An seiner Seite stehen mit David Kebe (aus Köln) und Müro Bakar (aus Düsseldorf) zwei erfahrene Künstler, die vielen Krefeldern ebenfalls gute bekannt sein dürften. Moderator Trusheim hat zudem einen überregionalen Hochkaräter verpflichten können. Oliver Polak erhielt 2017 den Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung. Polak nimmt kein Blatt vor den Mund und polarisiert. Sowohl seine TV-Formate (Disney-Club, Zack, Bernds Hexe, Applaus und raus oder das WM-Kwartira), seine Bücher als auch seine Podcasts (mit Micky Beisenherz) erfreuen sich großer Beliebtheit und werden immer wieder kontrovers diskutiert.

Trusheim legt die Messlatte hoch: „Ich freue mich, dass dieser außergewöhnliche und zutiefst polarisierende Comedian als Special Guest die Zuschauer an ihre humoristischen Grenzen bringen wird.“ Aber nicht nur deshalb kommt Polak zum Jahresfinale von I Love Stand Up. Er war es, der die Veranstaltung I Love Stand Up nannte.