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Hip-Hop: Tanzen wie ein Roboter

Hip-Hop: Tanzen wie ein Roboter

Deutscher Vizemeister im Streetdance sind sie schon: Jetzt trainieren die fünf Jugendlichen an der Felbelstraße für die Weltmeisterschaft.

Krefeld. Aus dem Proberaum im Jugendhaus an der Felbelstraße schallt laute House-Musik: Fedde Le Grand mit "Let me think about it" - das Lied läuft derzeit in den Charts. Mit schnellen Bewegungen tanzen Majid (15), Hanna (16), Daniel (18) und Gökhan im Rhythmus. Ihre Bewegungen wirken mechanisch, abgehackt, wie bei einem Roboter. Höchste Körperkontrolle ist gefragt. Es sieht gut aus - und nach ziemlich viel Training.

Die Gruppe Q.L.G. tanzt erst seit einem halben Jahr zusammen und ist bereits Deutscher Vize-Weltmeister im Streetdance geworden. Jeder trägt seinen Anteil bei: Gökhan gilt als Kreativkopf der Gruppe, Lam hält sie zusammen und organisiert die Fahrten zu den Auftritten. Laut Aussage der Jungs sorgt Hanna für den Charme der Gruppe. Die zierliche Chinesin hat sogar schon Autogramme gegeben. "Es ist ein schönes Gefühl wiedererkannt zu werden", sagt sie.

Majid ist der Jüngste der Gruppe, bringt aber auch die meiste Tanzerfahrung mit. Seit sieben Jahren arbeitet er diszipliniert an seinem Stil. Für ihn steht fest: Er möchte sein Hobby zum Beruf machen. Sein Traum: eine eigene Tanzschule.

"Von einem Hobby kann man bei den Kids gar nicht mehr reden, soviel Zeit wie sie investieren", meint dazu Jons Heiner, Mitarbeiter im Jugendhaus und gleichzeitig Betreuer der Gruppe. Drei Mal die Woche trainieren die Jugendlichen, um für anstehende "Hip-Hop-Battles" fit zu sein.

Durch ganz Deutschland reisen sie, um ja keinen Tanzwettbewerb zu verpassen. "Das dient alles zur Übung. Wir müssen uns ja auf die WM vorbereiten", sagt Lam, und fügt etwas leiser hinzu: "Wenn wir das Geld dafür zusammen bekämen." Die WM in Las Vegas findet vom 31. Juli bis 3. August statt. Dabei zu sein, wäre ein Traum für die fünf Tänzer. "Sie arbeiten so hart, sie hätten es verdient nach Las Vegas zu fahren", sagt Heiner. Es wäre schön, wenn sich Unternehmen oder vielleicht sogar Privatpersonen finden ließen, die die Reise sponsern würden. Die Kids würden sich beispielsweise mit Werbeauftritten revangieren.

Dass die Fünf es drauf haben, zeigt schon die Einladung ins "Comedy Art" in Moers. Am 8.August treten sie dort auf - als jüngster "Show-act" seit 30 Jahren. Keine schlechte Leistung, findet Heiner, wenn man bedenke, dass sie erst seit sechs Monaten zusammen tanzen.

Die Gruppenharmonie, der Teamgeist und der eiserner Wille zu gewinnen hat sie schon weit gebracht. Und vielleicht bringt er sie ja bis nach Las Vegas.