Herbst-Expo in der Galerie Heidefeld und Partner

Ausstellung : Ausstellung mit Nägeln, Ruß und Fett

In der Galerie Heidefeld und Partner ist eine besondere Herbst-Expo unter dem Titel „Magneten der Moderne“ zu sehen.

So kann nur einer titeln: „Mit ein bisschen Fett geht alles besser.“ Derart ist eines von drei Exponaten des berühmten Joseph Beuys überschrieben. Sein gestalterisches Element namens „Fettecke“ wurde einst einfach weggeputzt und gelangte so zu tragischer Berühmtheit. Die drei Beuys sind neben weiteren 20 Werken von außergewöhnlichen Künstlern in der Galerie Heidefeld zu sehen. Die meisten stehen zum Verkauf.

„Magneten der Moderne“ ist diese besondere Herbst-Expo, die im Fokus zu 25 Jahre Galerie Heidefeld und Partner steht, überschrieben. Sie zeigt herausragende Arbeiten. „Ausstellungen und Auktionen weltweit zeigen: Die Kunst der Klassischen Moderne ist bei Betrachtern sehr beliebt – und bei Sammlern sehr begehrt“, berichtet Egon Heidefeld. „Das reicht von Adolph Luther über Otto Piene, Emil Schumacher und Günther Uecker bis zu Herbert Zangs.“

Auch Werke von
Joseph Beuys sind zu sehen

Drei Monate hat er gebraucht, um die Werke zusammen zu tragen. Beispiel: „Walter Ophey wird wiederentdeckt. Werke von ihm wurden jetzt kürzlich auch im Düsseldorfer Landtag neu gefunden.“ Er gehörte mit August Macke, Heinrich Nauen und anderen zu den wichtigsten Vertretern des Rheinischen Expressionismus und geriet nach 1945 in Vergessenheit. Sein Stillleben „Blumen in einer Vase“ ist aus dem Jahr 1920. Daneben hängt das „Blumen-Stillleben in grüner Vase“ von Gabriele Münter. „Längst ist das Schaffen der Malerin aus dem (über)mächtigen Schatten ihres langjährigen Lebensgefährten Wassily Kandinsky herausgetreten“, sagt der Galerist. Wer richtig steht, kann die Bilder auch durch eine der beiden aufgehängten Luther-Linsen betrachten, wie sie sich auch auf dem Ostwall befinden, jedoch ohne Stele. „An die Hohlspiegel ist schwer heranzukommen. Es ist die Leihgabe eines Sammlers, der sich wohl von ihnen trennen will.“

Mit „Black Flower“, einer Feuergouache mit Ruß/Lack auf Karton, ist Otto Piene vertreten. Heidefeld: „Es ist ein Spitzen-Exponat.“ Von Günther Uecker ist „Le trou du coeur“, Entstehungszeit 1990. Es ist eine Holz-, Nägel-, Farbe-Installation. Der Titel übersetzt bedeutet: Herzloch. Das Werk ist betitelt, datiert und signiert. 

Heidefeld: „Herbert Zangs, ein einzigartiger Künstler, ein Avantgardist der Abstraktion, war von den Anfängen in den 1990er Jahren an ein häufiger Besucher bei uns und wurde bald ein Freund der Galerie. Werke von ihm zählen seit Jahrzehnten zu unserem permanenten Portfolio.“

Und dann sind da noch die Werke von Beuys. Die ausgestellten Bilder wie Packpapier und -tüte gehören zur Mail Art des Künstlers. „Gelbes Bild“ ist eine Collage auf benutztem Paketeinpackpapier, eine Postsendung aus der DDR an Rolf Staek, auch ein Meister der Mail Art. Es ist versehen mit Anschriften und Postvermerken und einem gelben quadratischen Papier, aufgeklebt von der DDR-Post. Das bedeutete: Die Stasi hat das Paket geprüft und freigegeben. Heidefeld: „Es wurde wohl Kunst darin eingewickelt und verschickt.“ Beuys hat das „Gelbe Bild“ nummeriert und signiert. „Mit ein bisschen Fett geht alles besser“ heißt: Er hat einen Fettfleck auf DDR-Papier mit Bleistift eingekreist. „Das Werk greift humorvoll das zentrale Thema Wärme/Fett bei Beuys auf“, erklärt Heidefeld.

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