Kresch-Theater : Von E-Mails und Berührungspunkten
Krefeld Beim zweiten Teil der „Glattauer Lesereihe“ im Kresch lasen Wabra und Stelzhammer wegen des Wetters im Innenraum.
Mit seinem Roman „Gut gegen Nordwind“ gelang dem österreichischen Schriftsteller David Glattauer 2006 ein großer Erfolg. Das mag vor allem an dem populären Thema gelegen haben, das an einen großen Hollywood-Erfolg anknüpfte. In der Filmkomödie „E-Mail für Dich“ spielen Tom Hanks und Meg Ryan ein Paar, das sich über den Austausch von E-Mails kennen und lieben lernt. Nach einigen Irritationen kommt es zum klassischen Film-Happyend mit einer persönlichen Begegnung im Park. Nach ganz so einfachem Strickmuster ist Glattauer nicht vorgegangen. Allerdings hat er zu der Geschichte seines Paares Emmi Rothner und Leo Leikes noch zwei weitere Romane geschrieben.
Innerhalb neunzig Minuten erlebt man alle Facetten einer Beziehung
Diese Trilogie ist unter dem Titel „Glattauer Lesereihe“ als szenische Lesung im Kreschtheater zu erleben. Isolde Wabra und Johannes Stelzhammer stellten jetzt den zweiten Teil vor. Die ursprünglich für den Innenhof der Fabrik Heeder geplante Veranstaltung wurde dann wegen der unsicheren Wetterprognosen doch in die Studiobühne 1 verlegt. Schade, denn das Wetter hielt sich und die Atmosphäre in dem Innenhof hat schon mancher Veranstaltung einen besonderen Reiz verliehen. Doch auch im leider etwas stickigen Innenraum gelang es den beiden Protagonisten schnell, das Publikum in die Welt von Emmi und Leo eintauchen zu lassen.
In „Alle sieben Wellen“ erzählt Glattauer die Geschichte weiter. In „Gut gegen Nordwind“ hat die erhoffte persönliche Begegnung nicht stattgefunden. Leo ist nach Amerika gegangen. Nach einer längeren Pause versucht Emmi ihm wieder zu schreiben. Zunächst erhält sie immer die Meldung einer ungültigen Adresse. Dann meldet sich Leo wieder. Er ist zurückgekehrt, hat aber in Boston eine andere Frau kennengelernt. Seine „Wunschvorstellung“ Emmi möchte daraufhin ihrer virtuellen Beziehung einen würdigen Abschluss geben und schlägt dazu ein Treffen vor. Dieses wird für beide enttäuschend und so greifen sie wieder die Form der schriftlichen Kommunikation auf.