Glasfoyer: Schweigen soll der Kühlschrank

Glasfoyer: Schweigen soll der Kühlschrank

Das Gerät war durch lästiges Summen aufgefallen – nun zieht das Theater den Stecker.

Krefeld. "Kühli, du hast mich sehr enttäuscht, und dir, dir hatte ich blind vertraut. Obwohl ich mir nicht sicher war, ob das Licht ausgeht, wenn die Tür zuhaut." (Stoppok: "Der Kühlschrank")

Von nun an wird er schweigen, wenn um ihn herum Geigen und Querflöten erklingen. Der Kühlschrank im neuen Glasfoyer des Theaters, der beim Kammerkonzert durch beharrliches Summen unangenehm aufgefallen war (die WZ berichtete), wird künftig bei allen Veranstaltungen vom Theaterinspektor ausgestöpselt.

Zwar hatte es nicht gerade Beschwerden gehagelt, doch auch die Kritik Einzelner hat das Theater nicht kalt gelassen. "Wenn das Summen nur einen einzigen Besucher stört, ist das schon einer zuviel", sagt Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer. Pressesprecher Martin Siebold bestätigt, der WZ-Bericht sei im Theater "aufmerksam gelesen" worden.

Die technische Abteilung habe eine Fachfirma befragt, die letztlich das Ausstöpseln als effektivste und einfachste Methode gegen ungewolltes Summen vorgeschlagen habe. Dass dadurch Lebensmittel leiden, glaubt Martin Siebold nicht: "Das ist ein reiner Getränke-Kühlschrank, und Veranstaltungen im Foyer dauern maximal 60 bis 90 Minuten."

Schauspieler Matthias Oelrich wird die Nachricht freuen: Er spielt am 25. November im Foyer "Heute weder Hamlet" - ein ausdrückliches Ein-Personen-Stück ganz ohne Kühlschrank. cel

Mehr von Westdeutsche Zeitung