Gerhard Storck gestorben

Der ehemalige Direktor der Kunstmuseen Krefeld, Dr. Gerhard Storck, ist am Montag im Alter von 67 Jahren gestorben.

Krefeld. Der frühere Direktor der Krefelder Kunstmuseen, Dr. Gerhard Storck, ist gestorben. Er erlag bereits am Montag im Alter von 67 Jahren nach langer Krankheit seinen Leiden. Storck leitete von 1975 bis 1999 die Kunstmuseen Krefeld und war auch in den Jahren danach noch in beratender Funktion für Krefeld tätig.

1975 trat er als einer der jüngsten Direktoren sein Amt in Krefeld an. Zuvor war er am Kunstmuseum Düsseldorf (heute museum kunst palast) tätig.

Dort war er bereits als Experte für zeitgenössische Kunst hervorgetreten, unter anderem, indem er durch die Erwerbung des sogenannten Zero-Raumes die Grundlage für die Sammlung zeitgenössischer Kunst in Düsseldorf legte.

In Krefeld trat Gerhard Storck die Nachfolge von Paul Wember an und setzte dessen wegweisende Arbeit mit eigenen Vorzeichen fort. Durch seine konsequente Erwerbungsstrategie und Ausstellungstätigkeit schärfte er das Profil der Sammlung und befestigte den weltweiten Ruf der Kunstmuseen als Ort für avantgardistische Kunst.

Zunächst standen die minimalistischen und konzeptionellen Strategien der amerikanischen Kunst der 1970er Jahre im Zentrum seines Interesses. Ausgestellt und erworben wurden die Arbeiten von heute berühmten Künstlern wie Richard Serra, Bruce Nauman, Robert Mangold, Lawrence Weiner und Keith Sonnier.

Aber auch andere künstlerische Positionen wie die von Claes Oldenburg, Mario Merz oder Jannis Kounellis wurden in Haus Lange und Haus Esters gezeigt.

Dabei hielt Gerhard Storck stets engen Kontakt zu den ihm wichtigen Künstlern in Düsseldorf und Köln: 1977 zeigte er Arbeiten von Blinky Palermo und publizierte das erste Werkverzeichnis seiner "Stoffbilder".

In den 1980er und 1990er Jahren verlagerte er den Ausstellungsschwerpunkt der Kunstmuseen Krefeld auf die junge Düsseldorfer Kunstszene mit Künstlern wie Thomas Schütte oder Reinhard Mucha. Sehr früh wurden auch schon die künstlerischen Fotografien von Andreas Gursky, Thomas Ruff und Thomas Struth gezeigt.

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