Freiluftkino am Schlachtgarten Krefeld – das Programm

Kino : Freiluftkino im Schlachtgarten – das Programm

Neben einer schönen Auswahl an teils anspruchsvollen Filmen gibt es diesmal auch an zwei Sonntagen ein spezielles Kinderprogramm.

Ein Freiluftkino mit charmantem Hinterhofambiente, zwischen Bahntrasse und Vintage-Industriebauten – das gibt es im Sommer auch in Krefeld. Auf dem Gelände des Schlachtgartens (Dießemer Str. 9) finden in den Sommermonaten Kinoabende der etwas anderen Art statt. Dies ist der Kooperation mit dem Programm-Kino Primus Palast zu verdanken, das auch dieses Jahr eine – wie man betont – für jeden Geschmack passende Zusammenstellung für die Kino-Abende vorbereitet hat. Indes auch abseits der großen Mainstream-Movies, heißt es. Eingebettet ist dieses Kino-Erlebnis in ein besonderes Ambiente mit bestuhlten Beach-Bereich und einer stimmungsvollen Beleuchtung, wie die Veranstalter versprechen.

Kinderkino „Kleine Helden“ bietet Filme für junge Besucher

Das „Open-Air-Kino im Schlachtgarten“ – das Programm hat schon begonnen – hat aber dieses Jahr auch eine zwar kleine, aber schöne Neuerung für Kinder im Gepäck. Wie auf der Website vom Schlachtgarten zu lesen ist, gibt es seit 2019 das Kinderkino „Kleine Helden“. An den Sonntagen 28. Juli und 25. August werden um 16 Uhr – Einlass 15 Uhr – Filme speziell für junge Besucher gezeigt. Ende Juli ist es „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ aus 2018 und im August „Dumbo“ aus 2019 von Tim Burton.

Aber werfen wir einen näheren Blick auf das Programm für Erwachsene. Schon am Dienstag läuft „303“ von Hans Weingartner. Ein deutsches „Liebesroadmovie“ rund um einen Mercedes 303 Camper auf dem Weg nach Spanien. Japanische Atmosphäre hingegen bietet „Shoplifters – Familienbande“ (Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes 2018). Der Film „Yuli“ (Spanien 2018) wiederum spielt im Kuba der 80er-Jahre und thematisiert ein beliebtes und bekanntes Motiv: Durch Tanz aus den Fängen sozialer Bedingungen entfliehen. Amerikanisch ist die Färbung allerdings bei „Mid90s“ (USA 2018), der sich mit der Skater-Szene befasst. Er markiert nach einigen Kurzfilmen das Regiedebüt des zweifach Oscar-nominierten Schauspielers Jonah Hill bei einem abendfüllenden Spielfilm.

Der August startet mit dem libanesischen Sozialdrama von Regisseurin Nadine Labaki „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ aus 2018. „Bang Boom Bang“ feiert dieses Jahr seinen 20. Geburtstag. Auch das Open-Air-Kino feiert mit und zeigt Peter Thorwarths Komödie. Ganz andere Schwingungen transportiert der Dokumentarfilm „Free Solo“ von Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi (bei der Oscarverleihung 2019 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet). Jeder Fehler, jede kleinste Unaufmerksamkeit kann den Tod bedeuten: Free-Solo-Kletterer Alex Honnold bereitet sich im Sommer 2017 auf die Erfüllung seines Lebenstraumes vor. Kann Bert Brechts und Kurt Weills „Dreigroschenoper“ als Kinofilm funktionieren? Nun, wer das Experiment erleben möchte, kann am 14. August sich von dem Versuch von Joachim A. Lang ein Bild machen. Der Film erzählt die Geschichte rund um die Bemühung, aus dem Stück einen Film zu machen.

Bei dem Wort „Trafik“ ahnt man, dass es sich um eine Geschichte mit österreichischer Färbung drehen könnte, denn der Begriff steht dort für „Büdchen“. „Der Trafikant“ von Nikolaus Leytner mischt ein Szenebild mit einer Geschichte rund um den Psychoanalytiker Sigmund Freud, der zu den Stammkunden eines Trafiks zählt. Um ein Szenebild – ein abstoßendes – geht es im „Der Goldene Handschuh“ von Fatih Akin nach Heinz Strunks Roman. Es behandelt Abschnitte aus dem Leben des Hamburger Serienmörders Fritz Honka, die sich hauptsächlich um Alkoholexzesse, Sex, soziale Verwahrlosung und daraus resultierende Gewaltverbrechen drehen. Das Finale der Open-Air-Saison am 28. August gehört Hape Kerkeling. „Der Junge muss an die frische Luft“, nach der Autobiografie des Komikers, von Caroline Link ist eine Empfehlung – nicht nur für die Fans seiner Kunst. Ein schöner Abschluss.

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