Fall Mondrian: Provenienz-Dossier stützt Haltung der Stadt Krefeld

Kunst : Aufatmen im Krefelder Rathaus

Fall Mondrian: Provenienz-Dossier stützt Haltung der Stadt Krefeld.

Großer Presserummel gestern im Krefelder Rathaus. Sogar ein Sicherheitsbeamter wurde beordert, der aufpassen musste, dass kein Fremder das Haus betrat. Die Journalisten mussten sich allesamt vorab, was ungewöhnlich ist, akkreditieren. Kaum war Oberbürgermeister Frank Meyer in Begleitung der Museumschefin Katia Baudin und des Juristen Peter Raue in den Konferenzsaal gerauscht, war klar, dass die Provenienz-Gutachten die Stadt gestärkt haben.

Die Stadt Krefeld hat die  Herkunft von vier Gemälden des niederländischen Künstlers Piet Mondrian (1872-1944) untersuchen lassen. Die Bilder mit den Bezeichnungen „Tableau No. VII“, „Tableau No. X“, „Tableau No. XI“ (alle 1925) und „Komposition IV“ (1926) befinden sich im Besitz der Kunstmuseen Krefeld. Nachfahren des Mondrian-Erben Harry Holtzman fordern die Herausgabe der Kunstwerke. Sie behaupten, dass die Werke seinerzeit veruntreut wurden. Dieser Sachverhalt soll über Jahrzehnte verschleiert worden sein.

Einen schriftlichen Beleg für die Herkunft der Bilder oder einen Kaufvertrag konnten die beiden forschenden Frauen,  Katja Terlau und Vanessa Maria Voigt, zwar nicht finden, aber einen Brief des damaligen Redaktionsleiters der Zeitschrift „Bauhaus“ an einen Industriellen. Der Brief datiert von 1929 und er enthält die Frage, ob der Redaktionsleiter die Bilder nach Krefeld schicken solle.

Raue, ein Fachmann unter den Juristen für alle Probleme in der Kunst, betonte in einem 45-minütigen Vortrag, dass die Ansprüche der in Amerika lebenden Erben verjährt und die Indizien für den Museumsbesitz in Krefeld sprechen. H.M.