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Fabrik Heeder: Orte der Magie und Ruhe in Schwarz-Weiß

Fabrik Heeder: Orte der Magie und Ruhe in Schwarz-Weiß

Thomas Esser zeigt Fotos unter dem Titel „Bretagne — Magische Steine und Kapellen“.

Krefeld. Ein Urlaub hat alles verändert. Seitdem Thomas Esser 2008 zum ersten Mal die Bretagne bereist hat, ist er der Faszination dieses Landstrichs erlegen. „Die Bauwerke und das Licht sind einmalig“ schwärmt er. Als freiberuflicher Fotograf war der Krefelder damals auf Themensuche, im Finistère, dem westlichsten Zipfel der Bretagne, hat er den Anstoß zu einem Projekt gefunden, das ihn bis heute beschäftigt.

Eine Auswahl aus den bisher entstandenen Arbeiten ist derzeit in der Fotogalerie der Fabrik Heeder zu sehen. Der Titel der Schau „Bretagne - Magische Steine und Kapellen“ weist auf den eng gefassten Themenkreis hin.

Viele dieser Jahrhunderte alten Kapellen liegen sehr einsam und werden manchmal nur einmal im Jahr liturgisch genutzt. In seinen analog fotografierten Schwarzweiß-Bildern fängt Esser die spezielle Atmosphäre dieser Orte ein. Schlicht und trotzdem eindrucksvoll behaupten sich diese Bauwerke in der Landschaft.

Besonderen Wert legt der Fotograf auf die delikaten Lichtstimmungen, die die Strukturen der meist aus Granit erbauten Architektur besonders hervorheben. Zu sehen sind Innen- und Außenansichten, manche davon im Detail. Ein Stück eines Torbogens gehört ebenso dazu wie ein Taufstein, der in einer besonderen Lichtstimmung festgehalten ist.

Ähnlich eindrucksvoll ist die Ansicht einer Marienfigur in einer Nische. Unter der in der Form etwas grob geratenen Heiligen befindet sich ein Hortensientopf. Hell und feingliedrig heben sich die Blüten von dem dunklen Altar ab und leuchten fast wie ein Licht.

Schöne Details dieser Art findet man auf vielen Bildern Essers wieder. An anderer Stelle korrespondiert das Licht- und Schattenspiel von Zweigen scheinbar zufällig mit den Verästelungen eines Kapellenfensters.

Neben den christlichen Orten beschäftigen den Fotografen auch die oft in unmittelbarer Nähe gelegenen Spuren keltischer Stätten. Es sind die magischen Steine, sogenannte Menhire und Megalithen, die ebenfalls aus Granit bestehen. Indem er sie oft nachts und sogar bei Vollmond fotografiert hat, betont Esser noch besonders den kultischen und Charakter dieser großartigen Gebilde.

Die Ruhe aber auch die Magie all dieser Orte überträgt sich auf den Betrachter. Fast glaubt man eine Zeitreise anzutreten, doch dann erinnert man sich, dass die Orte alle real existieren. Man muss nur hinfahren und sie entdecken.

(Fabrik Heeder Eingang B; Mo-Mi. 8-16 Uhr, Do. 8-17.30 Uhr, Fr. 8-12.30 Uhr sowie bei Veranstaltungen des Kulturbüros, bis 20. Januar)