Eine Spielzeit Werke von Mauricio Kagel

Eine Spielzeit Werke von Mauricio Kagel

Das Theater am Marienplatz nimmt den neunten Todestag des Komponisten zum Anlass für ein sehr umfangreiches Gedenken.

Der weltberühmte Komponist und Wahl-Kölner Mauricio Kagel (1931-2008) hat es sich nicht nehmen lassen, im Fischelner Theater am Marienplatz (Tam) seinen 60., 70. und 75. Geburtstag zu begehen. Überhaupt war er oft im Tam zu Gast, was nicht verwundern kann. Kagel gehört zu den meist gespielten Urhebern dieses Avantgarde-Theaters. Am kommenden 18. September jährt sich der Todestag von Kagel zum neunten Mal. Das nimmt Tam-Hausherr Pit Therre zum Anlass, die komplette Spielzeit 2017/18 mit Kagel-Stücken zu bestreiten, die meisten standen im Tam schonmal auf dem Spielplan.

Es gehört natürlich zum unorthodoxen Stil des Tam, nicht auf den zehnten Todestag zu warten. Wenn andere auf die Idee kommen, an Kagel zu erinnern, haben Therre und sein Team die Aufgabe schon erledigt und können sich neuen Dingen widmen. Allerdings wird Therre das Spielen von Kagel-Stücken auch nie als Aufgabe begreifen, es war ihm offenbar immer ein Anliegen.

Zum Spielzeitbeginn am 1. September steht das Stück „Spielplan“ aus der szenischen Komposition „Staatstheater“ auf dem Programm. Das Auftragswerk wurde 1971 immerhin an der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt. Der Untertitel zu „Spielplan“ lautet „Instrumentalmusik in Aktion“. Gereon Bründt, Stefan Hölker und Pit Therre werden das Stück auf von Kagel entworfenen Klangkörpern ausführen.

Im Kagel-Jahr kann man sich auch auf Inszenierungs-Höhepunkte aus der inzwischen über 40-jährigen Geschichte des Tam freuen. Im Januar etwa steht die szenische Fassung des Kagel-Hörspiels „Der mündliche Vorrat“ auf dem Programm, ein Solo für Pit Therre.

Im April zeigt das Tam dann die WDR-Aufzeichnung seiner eigenen Produktion „Bestiarium“, die der WDR anlässlich der Ehrung Kagels mit dem hochdotieren Siemens-Musikpreis im Jahr 2000 erstmals ausgestrahlt hat.

Dass das Tam sich ein ganzes Jahr nur einem Autor oder Komponisten widmet, ist an diesem ungewöhnlichen Theater im Übrigen nicht ungewöhnlich. Im Tam gab es auch schon einmal eine ganze Spielzeit lang Stücke von John Cage oder auch Samuel Beckett.