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Graffiti: Ein Sprayer für das Seidenweberhaus

Graffiti : Ein Sprayer für das Seidenweberhaus

Ein Graffiti zur Krefelder Zukunft soll das Haus auf dem Theaterplatz verzieren. Dafür gibt es einen Wettbewerb von Krefelder Museen.

Krefeld. Mit Sprühdosen auf das Seidenweberhaus losgehen und dafür sorgen, dass der hässliche Beton etwas schöner wird — da schlägt das Sprayerherz höher. Das ist in diesem Jahr legal möglich. Die Kunstmuseen Krefeld und das Deutsche Textilmuseum rufen zu einem Wettbewerb auf, bei dem der Gewinn ein Graffitikurs mit David Skribble ist. Mit ihm werden Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren am Seidenweberhaus ihre Vision der zukünftigen Krefelder Innenstadt aufsprühen.

Graffiti: Ein Sprayer für das Seidenweberhaus

Das Projekt gehört zum Krefelder Perspektivwechsel. „Japanische Farbholzschnitte sind die Inspiration für die heutige Comic- und Mangakultur“, erklärt Museumspädagoge Thomas Janzen. Durch die zwei Ausstellungen, unter anderem mit japanischer Kunst in den beiden Häusern waren die Verantwortlichen auf die Idee gekommen, einen Graffitikurs anzubieten. „Wir wollen die Kunst in die Jugendkultur zurückbringen, den Einfluss macht man sich gar nicht so klar“, sagt Janzen. Sowohl die anstehende grafische Ausstellung in Haus Esters und Lange „Show and tell“ als auch die japanische Ausstellung im Textilmuseum „Kirschblüten und Haifischhaut“ werden die Gewinner besuchen.

Danach lernen sie die Graffiti-Technik und erarbeiten gemeinsam mit Skribble ein Wandbild für das Seidenweberhaus. „Die große Fläche zur Stadt hin bleibt unberührt“, erklärt Janzen. „Es gibt Flächen, die vom Seidenweberhaus ausgeschlossen wurden und auch einige, die nicht in Frage kommen, weil sich alles in Bodennähe abspielen soll“, erklärt David Skribble. Die Seite zur Königstraße wäre eine Option.

Skribble ist sich sicher, dass die Besuche in den Ausstellungen für die Jugendlichen ein Aha-Effekt haben können. „Es gibt da viele Berührungspunkte. Gerade was die Kontraste und Linien angeht. Wir werden aber keine Holzschnitte auf das Graffiti übertragen.“ Wichtig sei ihm vor allem, dass die Jugendlichen Lust auf den Kurs haben.

Skribble kommt aus Oberhausen und weiß, wovon er redet. Seit seiner Teenagerzeit macht er Graffitis. Bereits in seiner Zivildienstzeit in einem Jugendzentrum arbeitet er mit Kindern zusammen. Seitdem hat er solche Projekte schon in einigen Städten gemacht.

Wer Lust hat und im Alter zwischen 12 und 16 Jahren ist, kann sich Gedanken zur zukünftigen Krefelder Innenstadt machen und diese zeichnen, malen oder eine Bildergeschichte entwickeln. „Es kann um die realistische Zukunft, aber auch um eine rein fiktive gehen“, erklärt Janzen. Eine Jury wird sechs Teilnehmer auswählen, die dann den Workshop mit David Skribble gewinnen.