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Jazzattack: Ein lässiger Tripdurch die Fusion-Musik

Jazzattack : Ein lässiger Tripdurch die Fusion-Musik

Mit der Sessionreihe Jazzattack beginnt im Jazzkeller die neue Saison.

Krefeld. Auch die Sessionreihe Jazzattack hat ihre Sommerpause beendet, eine Reise durch die Fusion-Musik der 1970er und 1980er Jahre wurde zum Auftakt im Jazzkeller geboten. Dazu hatte sich Reiheninitiator Stefan Rademacher die Kölner Martin Schulte an der halbakustischen E-Gitarre und Hendrik Smock am Schlagzeug eingeladen. Der Keyboarder Sebastian Gahler aus Düsseldorf komplettierte das Quartett.

Man begann „easy grooving“, so Rademacher, mit Stücken von Herbie Hancock und Roy Hargove, bei denen schon auffiel, dass man mit Smock einen guten Schlagzeuger für durchgehende Grooves am Start hatte. Trotz der ständigen Wiederholung des Grundbeats agierte Smock den ganzen Abend sehr lebendig, sorgte mit überraschenden Akzenten immer wieder für Aufmerksamkeit.

Rademacher, der sonst auch gerne einen bundlosen E-Bass spielt, zog dieses Mal ein Exemplar mit Bünden vor, für die ausgewählten Fusion-Stücke war das genau richtig. Mit sattem und knackigen Sound verschaffte sich Rademacher viel Präsenz im Klangbild, trieb zusammen mit Smock die Solisten gut an.

Die Impulse der Rhythmusgruppe nutzte im Laufe des Abends immer besser Gitarrist Martin Schulte, der sehr ausgereift phrasiert, einen schönen klaren Ton bevorzugt und die Tradition des Modern Jazz gut verinnerlicht hat.

Vor allem im ersten Set blieb Keyboarder Gahler wesentlich blasser, seine besseren Soli im zweiten Set konnten allerdings auch nicht so recht darüber hinwegtäuschen, dass Gahler eine nicht so starke linke Hand hat und die Melodielinien seiner Rechten häufig allzu sehr dahinplätschern lässt.

Die Stückauswahl war durchwachsen, man hätte sich mehr komplexe Nummern in der Art von Herbie Hancocks „Butterfly“ oder des Dave-Samuels-Arrangements einer Nummer von Theolonious Monk gewünscht.