Ein Hauch Hoffnung für das Theater

Ein Hauch Hoffnung für das Theater

Die CDU in Gladbach lenkt ein. Doch die Zukunft der Vereinigten Bühnen steht in den Sternen.

Krefeld. Langsam, bedächtig rudert Wolfgang Dreßen zurück. Der kulturpolitische Sprecher der Gladbacher CDU vermeidet jedes klare Eingeständnis: Was er bei der Sondersitzung des Theaterkuratoriums am Donnerstag zu sagen hat, steht zwischen den Zeilen. "Die Lösung mit dem Darlehen", sagt Dreßen, "scheint sehr schwierig zu sein." Nach Wochen dramatischer Zuspitzung gibt es sie also doch noch, die Hoffnung für das Gemeinschaftstheater.

Dass die CDU endlich einlenkt und das fehlende Geld für die laufende Spielzeit bereitstellen will, deuten andere in Dreßens Worte hinein. Parteifreund Hans-Peter Kreuzberg aus Krefeld sagt: "Die CDU Mönchengladbach hat diesen Schritt zum größten Teil vollzogen." Dreßen widerspricht nicht. SPD-Ratsherr Ulrich Elsen aus Gladbach sagt: "Wolfgang Dreßen muss eine unsinnige Entscheidung so zurücknehmen, dass er sein Gesicht wahrt." Dreßen widerspricht erneut nicht. Das Theater wird das fehlende Geld wohl bekommen.

Lediglich die FDP hält an der Darlehens-Idee fest und fühlt sich "verunglimpft". Da platzt Elsen der Kragen: "Sie machen hier Wahlkampf auf den Knochen von 450 Mitarbeitern und dem Image unserer Stadt. Wir stehen da als Lachnummer der Nation."

Diese Gefahr hat die CDU mit ihrer Kehrtwende wohl vorerst ausgeräumt - obwohl Intendant Jens Pesel Dreßens Aussagen "kryptisch und orakelhaft" findet. Wenn alles gut geht, wird der Gladbacher Rat am 4. Februar den Theater-Etat doch noch absegnen. Die Zahlungsunfähigkeit wäre vorerst abgewendet.

Die entscheidende Frage wird sein, wie es danach mit dem Theater weitergeht. "Wir brauchen ein Konzept, das hilft, solche Situationen zu vermeiden", sagt CDU-Mann Kreuzberg. Doch auch im Etat der kommenden Spielzeit, in dem eine weitere Lücke klafft, gibt es laut Pesel "keine Fettpolster, die man absaugen kann". Er unterbreitet einen Vorschlag, der ohne Etat-Erhöhung auskommt, jedoch tiefe künstlerische Einschnitte vorsieht.

Die ersten Ensemble-Mitglieder haben aus solchen Szenarien ihre Konsequenzen gezogen: Tenor Hans-Jürgen Schöpflin und Schauspieler Stefan Diekmann werden das Haus verlassen.