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Kawai-Konzert: Ein Abend zu Mozarts Ehren

Kawai-Konzert : Ein Abend zu Mozarts Ehren

Der Bukarester Pianist Florian Mitrea begeistert das Publikum in der Musikschule mit Melodien von schlicht bis stürmisch.

Krefeld. „Sehr viele Töne“, hieß es damals in dem Mozartfilm über den jungen Künstler aus dem Munde seines nicht so begeisterten Fürsten. Doch beim zweiten Kawai-Konzert der Saison war es genau dies, was die Zuhörer erfreute: Der Pianist Florian Mitrea spielte einen Abend lang nur Musik von Mozart.

Mitrea wurde in Bukarest geboren. Früh entdeckte er seine Leidenschaft für das Klavierspielen. So erhielt er ein Stipendium an der Royal Academy of Music in London. Es folgten viele Auftritte und Auszeichnungen: 2014 erhielt er einen Preis beim ARD Musikwettbewerb. Philipp Potz, Künstlerischer Leiter bei Kawai, gab im Theatersaal der Musikschule eine nette Einführung: Er habe zwei Damen im Gespräch gehört, die sich nach der Bezeichnung KV bei den Mozartschen Stücken gefragt hätten. Das sei die Abkürzung für Köchelverzeichnis, sagte Potz. Auf dem Programm des Abends standen Werke von KV 265 bis KV 485 - „aus der fruchtbarsten Phase des Komponisten“.

Dann trat Mitrea auf und begann mit Mozarts Fantasie in d-Moll (KV 397). Der klare helle Klang des Flügels passt gut zu seinem akzentuierten Spiel. Beim Rondo in D-Dur (KV 485) arbeitete Mitrea die Melodie stark heraus und entfaltete bei der Durnitz-Sonate (KV 284) im flotten Tempo sein Verständnis für Mozarts schnelle, heitere Seite.

Nach der Pause — für einige im Vollmond beschienenen Innenhof — spielte Mitrea zwölf Variationen über „Ah! Vous-dirais-je, Maman“ (KV 265). Die Melodie ist vielen eher bekannt als das Kinderlied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Es war ein Vergnügen, die verschiedenen Stimmungen und Tonsetzungen zu hören. Zur Einstimmung die schlichte Melodie, dann folgten flotte oder getragene Varianten, stürmische oder schnelle. Die eine klang wie eine Spieluhr, die andere wie ein gravitätischer Tanz, die dritte rasant wie eine Maschine und die nächste wie ein Gewitter. Es war, als hätte Mitrea ein Klavierbüchlein zur Kompositionskunst aufgeblättert.

Mit der Fantasie in c-Moll (KV 265) und der Klaviersonate in derselben Tonart (KV 457) gewann der junge Pianist die Zuhörer ganz für sich. Er hatte im ausverkauften Saal ein hochkonzentriertes Publikum, das ihm mit großem Beifall und auch einem Bravo dankte. Eine schwungvolle Zugabe beendete den Abend. „Unsere Zuhörer haben sich häufig Mozart gewünscht“, sagte Philipp Potz, „daher haben wir mit Florian Mitrea diesen Abend zu Ehren von Mozart veranstaltet.“