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Kultur: Ein Abend voller Surpriss im Kresch-Theater

Kultur : Ein Abend voller Surpriss im Kresch-Theater

Das Kresch-Theater hat sein 25-Jähriges mit vielen Gästen und ehemaligen Schauspielern mit einer Gala im Hotel Südwall gefeiert.

Krefeld. Was für ein Trubel im Hotel Südwall. Die Eigentümer Diedrich-Leander Surpriss (Silvia Westenfelder) und seine Frau Katharina (Helmut Wenderoth) erwarten zahlreiche Gäste in ihrem Haus, die sich anlässlich der Gala „Let’s Kresch“ dort einquartiert haben. Denn das Kinder- und Jugendtheater der Stadt Krefeld feiert sein 25-jähriges Bestehen.

Die Kulisse des Improvisationsformats „Hotel Südwall“ bildete so den Rahmen für die große Geburtstagsgala. Im ausverkauften Theater in der Fabrik Heeder sah das Publikum ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit vielen ehemaligen Kresch-Darstellern, Wegbegleitern und derzeitigen Akteuren. Zum Auftakt des kurzweiligen Abends kehrte Frank Andermahr erst einmal die Bühne: „Seit 25 Jahren mache ich Bühnenbilder. Ich träume davon, eine Bühne zu entwerfen, ganz ohne Schauspieler, einen leeren Raum — ein Traum.“

Das Kresch-Theater wurde zwar vor 25 Jahren „kommunalisiert“, doch reichen seine Wurzeln weiter zurück. Franz Mestre (künstlerischer Leiter), Heiko Pinkowski (Schauspieler, Drehbuchautor und Filmproduzent) und Karl-Heinz Girnau (Schauspieler) gingen mit alten Fotoaufnahmen auf Spurensuche und der Frage nach: Wie alt ist das Kresch eigentlich? „Gefühlte 50 Jahre“, meint Inge Brand, die langjährige Kresch-Leiterin.

Seinen Urknall erlebte das Theater jedenfalls im November 1988 mit dem Stück „Zicke-Zacke“. Dessen erstes Wort lautete „Tor“ aus den Kehlen von 60 Jugendlichen. Diesen „Urschrei“ entlockte das Moderatorentrio an diesem Abend mit viel Spaß nochmals dem Publikum. In den Anfangsjahren stand auch schon Claudia Schnürer auf der Kresch-Bühne, heute unterrichtet sie an der Folkwang-Universität in Essen. Sie zeigte einen ausdruckvollen Tanz mit einem roten Kleid.

Mit einem Wolfpelz tanzte dann Marie Joelle Wolf als Rotkäppchen über die Bühne. Wolf spielt inzwischen auf verschiedenen deutschen Bühnen. Einige Darsteller und Regisseure, die nicht zur Gala kommen konnten, beglückwünschten via Videobotschaft mal gewitzt wie der Kabarettist Volker Diefes oder minimalistisch wie der Autor und Regisseur René Linke das Kresch-Theater. Einen Höhepunkt der Gala bildete der Auftritt von Silvia Westenfelder mit Katinka Springborn, ebenfalls als Schauspielerin bundesweit aktiv, mit dem Sommernachtstraum-Revival. Nach 21 Jahren standen sie wieder gemeinsam mit einer „mitgealterten“ Zicken-Passage des Shakespeare-Stoffes auf der Bühne. Eine kleine Einheit Impro-Theater durfte beim Kresch natürlich nicht fehlen. Zum Abschluss improvisierte Schauspieler Martin Küpper am Klavier und alle Beteiligten stimmten dann in „Ein Freund, ein guter Freund“ ein. Red