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Dokumente zur Geburt des Kresch-Theaters in Krefeld

Stadtarchiv Krefeld : Dokumente zur Geburt des Kresch-Theaters

Reinhard Lange übergab ein Konvolut mit Materialien zur frühen Kresch-Geschichte an das Krefelder Stadtarchiv.

Wie war das eigentlich seinerzeit, als sich aus dem Schülertheater am Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium Krefeld sukzessive das Kresch-Theater entwickelte, schließlich dann 1991 städtisch wurde? Wie war diese Keimzelle damals beschaffen, um die damalige Lehrerin Inge Brand und die vielen weiteren Menschen, die dafür sorgten, dass sich schließlich die junge Theaterszene in Krefeld so entwickelte, wie sie es dann tat? Sind die Geschicke des Kresch-Theaters seit seiner offiziellen Gründung 1991 in Angliederung an das Kulturbüro – daher feiert man auch 30-jähriges Bestehen – recht gut dokumentiert; so gab es aus der Vorzeit seit Anfang der 1980er Jahre bislang nur eher weniger Material für Menschen, die sich anhand von Dokumenten im Stadtarchiv Krefeld ein eigenes Bild machen wollten.

Dies hat sich geändert, dank eines schönen Konvoluts, das nun der langjährige technische Leiter des Hauses, Reinhard Lange, dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt hat. Die Unterlagen aus seinem privaten Archiv beleuchten vornehmlich die Anfänge des Kreschs, ergänzt durch Archivalien aus dem Nachlass von Inge Brand selbst, die Lange von ihrem Ehemann übergeben bekommen hatte. Die Materialien, die nun erfasst sind, beinhalten unter anderem mehr als 40 Fotos, darunter auch Probenfotos, Video-Aufnahmen, Tonaufnahmen, private Aufzeichnungen, aber auch Plakate oder Bühnenskizzen, von Lange auch zur Beleuchtung der Stücke, Notizen zu Stücken, wie auch Entwürfe, auch zu Kostümen und Konzepte. Auch Pressespiegel, Flyer und Programmhefte und Korrespondenz sind dabei.

Präsentation fand genau 30 Jahre nach der Kresch-Eröffnung statt

Insgesamt dreieinhalb bis vier Umzugskartons – wie Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs – schildert „in archivischer Maßeinheit 3,5 laufende Meter“ ergeben schließlich etwa 50 sogenannte Verzeichnungseinheiten, also Archivelemente. In denen kann man nun sich ausgiebig mit der Geschichte des damals noch ganz jungen Phänomens „Kresch“ befassen, das als Theater von jungen Menschen begann und schließlich sich dann zu einem ausgewachsenen Jugend- und Kindertheater entwickelte, das mit das Herz der Fabrik Heeder ist. Die Materialien werden auch online verfügbar sein.

Reinhard Lange, der an der Fabrik Heeder für den „Bühnenzauber“ verantwortlich ist, kann auch selbst viel, sowohl über die Anfänge des Kreschs, aber auch über die weitere Entwicklung berichten. Nicht zuletzt hat er die „technische Seite“ von vielen Produktionen mitgestaltet, dafür gesorgt, dass die Idee der Theatermacherinnen und -macher umgesetzt werden konnten.

Dass dieser Archivbestand just jetzt im Stadtarchiv vorgestellt wurde, hat Bedeutung. Das Kresch eröffnete, so Lange, genau am Wochenende 20. bis 22. September 1991. Ein schöner Akzent zum Jubiläum.