Die ersten Holzelemente für den Pavillon von Künstler stehen.

Bauhausjahr 2019 : Freude auf das Bauhausjahr wächst

Die ersten Holzelemente für den Pavillon von Künstler Thomas Schütte stehen auf dem Gelände im Kaiserpark.

Die ersten Pflöcke sind für die begehbare Skulptur mit dem Namen „Pavillon“ des Künstlers Thomas Schütte für das Bauhaus-Jubiläum im nächsten Jahr eingeschlagen. Große, frisch duftende Holzplanken verdeutlichen schon jetzt das achteckige Fundament. Die öffentliche Einweihung des kleinen Kunstwerkes auf der nördlichen Wiese des Kaiserparks findet am 7. April statt. Doch schon vor Weihnachten sollen die Konturen des kleinen Bauwerkes sichtbar sein.

Christiane Lange, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Projekt MIK“, was „Mies in Krefeld“ bedeutet, ist häufig gesehener Gast an der eingezäunten Baustelle und freut sich, dass es losgegangen ist. „Unser Verein hatte vor einigen Jahren bereits einen Entwurf des Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe für einen Golfclub auf dem Egelsberg als temporäre Installation verwirklicht“, erklärt sie. Wenn sich 2019 das Bauhaus-Gründungsjahr zum 100. Mal jährt, wird der Pavillon in Krefeld der einzige große nordrhein-westfälische Beitrag zum Festjahr in Deutschland sein und sicherlich – ebenso wie die Installation auf dem Egelsberg – international beachtet werden.

Alles was die Verantwortlichen wollten, war eine Wiese

Lange erklärt beim Besuch der Pavillon-Baustelle: „Es sind keine Pflöcke, sondern den Boden schonende Schraubfundamente, die nur einen minimalen Eingriff in der Wiese verursachen. Sie sind viel besser als Betonfüße. Denn der Pavillon wird mindestens zwei Jahre, vielleicht aber auch einige Jahre stehen.“

Für die Ewigkeit ist es also nicht gemacht, das Werk des Düsselorfers Schütte, der in diesen Tagen auch schon einige Male vor Ort war. „Der Bildhauer und Zeichner hat beispielsweise auch die Skulpturenhalle, nahe der Museumsinsel Hombroich und der Raketenstation, geschaffen“, erzählt Lange.

Die Kunsthistorikerin zeigt sich vor allem vom Entstehungsort des Schütte-Pavillons begeistert. „Es war ein Vorschlag der Stadt, den wir gerne aufgenommen haben. Wir wollten lediglich eine grüne Wiese.“ Nun befindet sich das Kunstwerk in einer Reihe und in direkter, prominenter Nachbarschaft zu den Bauhaus-Villen Haus Lange und Haus Esters auf der Wilhelmshofallee. „Die Stadt hat zudem versprochen, den Pflegerückstand am See zu beseitigen, also die Uferböschung herzurichten. Denn die große Tür und die Treppe des Pavillons sind zur Wasserfläche hingerichtet.“ Insgesamt wird die begehbare Skulptur auf 16 Metern im Durchmesser rund 200 Quadratmeter groß und etwa 8,50 Meter hoch sein. Maximal finden dort 99 Leute Platz. Lange: „Dann wird es eng.“

Er wird später einen Meter rundherum über das Fundament herausragen, bekommt Fenster und Beleuchtung und ist zu seinen Öffnungszeiten, wenn Aufsicht vor Ort ist, zugänglich. „Er wird zu ähnlichen Zeiten wie die Museen besucht werden können und auch der Eintrittspreis wird sich diesen Häusern angleichen.“

Große Pläne für
den Innenraum sind angedacht

Viel ist von April bis Oktober im Bauhausjahr 2019 im Innenraum geplant. „Es werden Forschungsergebnisse über Seidenindustrie und Bauhaus-Vertreter veröffentlicht. Außerdem wird ein ziemlich dickes Buch zu ,Bauhaus in Krefeld` mit den Häusern Lange und Esters und der Verseidag verfasst. Ausstellungen, Dokumentarfilme, Vorträge und künstlerische Vorstellungen werden dort stattfinden, aber alles in Maßen.“ Außerdem sei der Pavillon Startpunkt für Stadtführungen auf den Spuren des Bauhauses.