Die Burgen der Bischöfe

In ihrem Buch gibt Barbara Schock-Werner einen Überblick in verschiedene Bauwerke des Mittelalters. Darunter: Burg Uerdingen.

Die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat auf schmalen 80 Seiten ein Panorama von Burgen ausgebreitet, die unter den Kölner Erzbischöfen gebaut, niedergelegt und wiederaufgebaut wurden. Naturgemäß ist das eine Betrachtung des Mittelalters, denn zu jener Zeit entstanden diese Bauwerke. Sie hatten zum einen die Aufgabe, Grenzen zu stärken und Angriffe abzuwehren. Zum anderen waren sie Ausdruck der Macht. Zeitgenössische Zeichnungen und heutige Fotografien zeigen, was war und ist. Schock-Werner fasst unter dem territorialen Aspekt zusammen: Die Erzbischöfe versuchten stets, „im Gebiet des Erzbistums planmäßig ihre Landesherrschaft durchzusetzen“. Ein interessanter kleiner Überblick mit einer Landkarte, auf der — aus Krefelder Sicht — nur Uerdingen erscheint. Die Stadt wird einmal erwähnt, und die Burg Linn kommt nicht vor, da sie nicht von Kurköln erbaut wurde.

Die Burgen der Bischöfe
Foto: Dirk Jochmann

Otto von Linn (* um 1171; † um 1219) ist ein Beispiel eines Burgenbesitzers, der sein Anwesen verkauft und es anschließend zu Lehen nimmt. Aus dem Jahr 1188 wurde eine Urkunde überliefert: Käufer der Burg Linn war das Erzbistum Köln. 100 Mark war das Anwesen wert. Otto von Linn hat mit dem Verkauf wahrscheinlich seine Teilnahme am Kreuzzug finanziert und dem kurkölnischen Besitz sicher einen weiteren Teil hinzugefügt. So arrondierten die Erzbischöfe ihr Territorium.

Über die im Buch erwähnten Burgen berichtet die Autorin vielerlei Besonderheiten, und die Fotografien und Zeichnungen dazu machen es zu einem interessanten kleinen Bändchen. Barbara Schock-Werner steht derzeit der deutschen Burgenvereinigung als Präsidentin vor.

“ Barbara Schock-Werner: Burgen der Kölner Erzbischöfe. Greven 2017, 9,90 Euro.