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Literatur: Design-Dozent schreibt ein Kinderbuch über Toleranz

Literatur : Design-Dozent schreibt ein Kinderbuch über Toleranz

Die Idee zum Handschuhbären verdankt Heiko Jürgens seiner Tochter Lisa. Dafür verdient sie an dem Verkauf der Geschichte auch mit.

Krefeld. Heiko Jürgens und seine vierjährige Tochter haben ein Buch geschrieben: „Der Handschuhbär“. Dazu muss gesagt sein: Von der damals zweijährigen Lisa stammt nur der Titel. Den Rest hat sich ihr Vater ausgedacht. „Von jedem verkauften Buch landet ein Euro in ihrer Spardose, ohne sie würde es das Buch ja nicht geben“, sagt der 38-Jährige. An der Hochschule Niederrhein ist er seit sechs Jahren Dozent für Objektdesign. 2005 hat er in Krefeld sein Diplom gemacht.

Jedes Tier, das der Bär trifft, antwortet so auf die Frage, ob seine Handschuhe normal sind.

Da er aber sein Geld auch mit Kinderanimationen verdient, ist ihm seine Tochter mal in einem Maskottchen-Kostüm über den Weg gelaufen. „Ich steckte in einem Löwen-Kostüm und habe mich nicht zu erkennen gegeben, ich habe nur meine Hand auf sie zu krabbeln lassen, da hat sie gesagt: ,Handschuhbär’.“ Damit war der Buchtitel gefunden. „Ich hatte schon immer Lust ein Buch herauszubringen, aber der Name war die Initialzündung.“ In dem Buch geht es um Toleranz.

Der Bär trägt gelbe Handschuhe und fragt seine Mutter, ob das normal ist. Die schickt ihn los, um zu schauen, wie es bei anderen ist. Das macht der Bär und trifft auf einen Frosch, der einen Gürtel trägt, obwohl er damit nicht schwimmen kann, einen Elefanten, der Schmuck trägt, den er sich kaum leisten kann, einen Käfer, der sich die Haare grün färbt und einen Affen, der eine pinkfarbene Hose trägt. Die Grundaussage: Jeder so, wie er es mag. „Die Kinder zitieren den Satz schon, das finde ich schön, denn das sollte man den jungen Menschen mit auf den Weg geben.“

Seit Juli ist das Buch auf dem Markt. 1000 Exemplare des Pappbuchs hat Jürgens davon in einem Druckhaus produzieren lassen. Da er sie selbst vermarktet, stehen noch viele Kartons bei ihm Zuhause in Solingen, doch das stört ihn nicht. „Das Buch hat für mich eher einen ideellen Wert. Ich freue mich über jedes einzige, das bestellt wird. Viel läuft da auch über Mundpropaganda“, erklärt Jürgens. Über die ISBN-Nummer ist das Buch auch im Buchhandel zu haben, online nur über den eigenen Webshop.