Deine Lakaien: Melancholie verleiht Flügel

Deine Lakaien: Melancholie verleiht Flügel

In der Kufa lauschen 500 Fans in fast andächtiger Stille der Darkwave-Band Deine Lakaien.

Krefeld. Deine Lakaien stellen auch nach 25 Jahren eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Musiklandschaft dar. Unverkennbar bewegt sich das Duo um Sänger Alexander Veljanov und Klangbastler Ernst Horn im Dunstkreis der schwarzen Clubszene, beschreitet konsequent den künstlerischen Weg zwischen Dark Wave und der selbst ernannten „elektronischen Avantgarde“.

Bei ihrem Auftritt in der Kulturfabrik am Sonntagabend sind deshalb vor allem ältere Fans der Band gespannt, wie sich ihre Lakaien nach längerer Bühnenabstinenz präsentieren werden. Nachdem die lettische Newcomerin Vic Anselmo als Solistin äußerst ansprechende Vorarbeit geleistet hat, eröffnen die Lakaien zu „On Your Stage Again“ ihr Set. Es setzt sich zum größten Teil aus Songs ihres aktuellen Albums „Indicator“ zusammen.

Verstärkt um ein Streicherduo und einen E-Gitarristen, balancieren Deine Lakaien fortan zwischen dynamischen Wendungen und warmer Melancholie. Die Intensität der Songs fesselt das fast andächtig lauschende Publikum. Vor allem die von Veljanovs dunklem Timbre stimmungsvoll begleiteten Balladen sorgen für entzückte Begeisterung im Saal.

Im Rhythmus des Flügelschlags breitet sich „Into my arms“ aus, träge gleitet „Gone“ dahin, und „Forest“ atmet emotionale Tiefe. Einige Stücke haben Deine Lakaien, ebenfalls typisch für ihren avantgardistischen Anspruch, gleich neu arrangiert und von ihrem dunklen Pathos befreit. So überrascht das schwermütige „Where you are“ durch neue Klangmuster, ohne die Kernmelodie zu verlieren.

Obwohl Deine Lakaien ihre frühen Club-Hits „Dark Star“ und „Love me to the end“ bewusst aussparen und Sänger Veljanov seine angespannte Nervosität selten in den Griff bekommt, verlassen die rund 500 Fans nach über zwei Stunden rundum glücklich die Kulturfabrik.

Mehr von Westdeutsche Zeitung