Theater: Das Tagebuch der Anne Frank auf der Bühne

Theater : Das Tagebuch der Anne Frank auf der Bühne

Die Bühnenfassung um die Geschichte des jüdischen Mädchens in der Inszenierung von Ulrich Cyran kommt nach Krefeld. Vor der Premiere am Dienstag, 22. Oktober, in der Fabrik Heeder gibt es am Sonntag, 20. Oktober, auch eine Matinee mit der Schauspielerin Vera Maria Schmidt.

Immer wieder, aber heute vielleicht mehr denn je sollte es Pflicht sein, sich mit der Lebensgeschichte der Anne Frank auseinanderzusetzen. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten versteckte sich die deutsch-jüdische Familie Frank zwischen 1942 und 1944 in einem Hinterhof in Amsterdam, mit dabei die 13-jährige Anne. Schließlich wird die Familie verraten. 1945 stirbt Anne Frank im Konzentrationslager.

Geblieben sind die Tagebuchaufzeichnungen des Mädchens, die unter dem Titel „Das Tagebuch der Anne Frank“, veröffentlicht von ihrem Vater Otto Frank, bekannt geworden sind. Diese persönliche, sehr intime Sicht auf die Lebensrealität eines jungen Mädchens, das im Verborgenen leben muss, bedroht von Verfolgung dennoch ihre Träume und Gedanken tief und innig dem Tagebuch anvertraut, berührt.

Das Stück war schon in Mönchengladbach zu sehen

Diese Begegnung mit Anne kann natürlich auch schon durch das Lesen ihrer Zeilen eine wichtige und sehr mitziehende Erfahrung sein, doch in einer Bühnenfassung vermag Annes Geschichte vielleicht noch eine Spur mehr an ihrer Wirkung auf uns entfalten. Nachdem das Einmannstück „Das Tagebuch der Anne Frank“ in einer Bühnenfassung der Burgfestspiele Bad Vilbel von Ulrich Cyran unter Berücksichtigung der Buchausgabe von Otto H. Frank schon letztes Jahr in Mönchengladbach Premiere feierte, kommt die Inszenierung nun auch nach Krefeld, in die Fabrik Heeder.

Ulrich Cyran hat die Bühnenadaption in Szene gesetzt und lässt Vera Maria Schmidt das ganze Spektrum von Anne Franks Wesen auf der Bühne verkörpern. Wir treffen auf eine Teenagerin mit alledem, was ein junges Mädchen ausmacht, treffen aber auch auf eine melancholische Figur, die bedrohte Welt um sie herum. Dorothea Mines Austattung – eine Welt der Bretter – vermittelt die Enge der Welt, in der Anne eingesperrt ist. Doch auch Musik (Clemens Gutjahr) wird eingesetzt, um die Stimmungen in ein würdiges Licht zu setzen.

Es ist nicht einfach als Schauspielerin, ganz alleine auf der Bühne, das Publikum über einen ganzen Abend hinweg zu fesseln, in die erzählte Geschichte zu ziehen. Nicht zuletzt dürfte es auch nicht allzu einfach sein, sich in die Figur Anne Franks als Darsteller hineinzuversetzen. Man darf also gespannt sein.

Bei einer Matinee am Sonntag, 20. Oktober, um 15 Uhr im Glasfoyer des Theater Krefeld wird das Stück mit Vera Maria Schmidt näher vorgestellt. Die Premiere ist am Dienstag, 22. Oktober, um 20 Uhr in der Fabrik Heeder (Virchowstraße 130), Studiobühne 1. Weitere Aufführungen am 10. November, am 11. Dezember, 8. Januar 2020 und 27. Februar, jeweils um 20 Uhr.

Karten, Normalpreis 22 Euro, sind erhältlich an der Theaterkasse Krefeld, telefonisch unter 02151/80 51 25 oder auf:

theater-kr-mg.de

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