Das Musikprogramm in St. Dionysius steht

Programm : Orgelmusik trifft auf Volkslieder

Das Musikprogramm für das Jahr 2019 in der Dionysiuskirche steht. Es wird einige Improvisationen geben, erklärt Organist Andreas Cavelius. Aber auch Neuentdeckungen. Besucher dürfen gespannt sein.

Nachdem die neue Orgel der Dionysiuskirche Pfingsten 2007 eingeweiht worden ist, gehören die Konzertreihen „Internationaler Orgelzyklus“ und „Orgelmusik zur Marktzeit“ zum festen Jahresprogramm der Kirche. Eigentlich steht das Gotteshaus jedem offen, doch nicht jeder traut sich, das Gotteshaus zu betreten. Diese Hemmschwelle soll die Orgelmusik durchbrechen. Natürlich gibt es aber auch Stammgäste, die regelmäßig kommen und für die die Orgelkonzerte ein fester Bestandteil des Jahres sind. Doch was erwartet Fans der Orgelmusik 2019?

Unter dem Titel „Best Melodies und Improvisationen über bekannte Volkslieder“ findet jeden ersten Samstag im Monat – Start war am 5. Januar – die „Orgelmusik zur Marktzeit“ statt. 30 Minuten dauern die Konzerte. „Viele Besucher stimmen sich damit auf das Wochenende ein. Von vielen Seiten kam der Wunsch, mit einem fröhlichen Sound in den Tag zu starten“, sagt Regionalkantor und Organist Andreas Cavelius.

Was es zu hören gibt? Improvisierte Volkslieder von „Klingglöckchen“ bis zu „Alle Vöglein sind schon da“ – mitsingen ist ausdrücklich erwünscht. Die Auswahl der Volkslieder ist bei jedes Mal eine Überraschung. Vorher gibt es ein an die Jahreszeit angepasstes Programm von Mendelssohn-Bartholdy, über Bach und Brahms bis hin zu Schumann.

Viele Variationen
mit internationalem Flair

Neben der Marktzeit glänzt auch der „Internationale Orgelzyklus 2019“ dieses Jahr mit vielen Variationen. Gäste aus der Heimat, der näheren Umgebung, aber auch aus dem Ausland präsentieren ausgewählte Stücke. Dabei entdeckt Cavelius auch immer was Neues: Winfried Bönig (Köln) bringt am 7. April um 16.30 Uhr mit Claude Debussy´s „Danse“ ein Stück zum Besten, welches vormals für ein Orchester konzipiert wurde. Und auch Stücke von Johannes Brahms sind mit ihren Variationen überraschend orgelaffin. „Mittlerweile wird es beliebt, Stücke für andere Instrumente auf die Orgel zu übertragen“, so der Organist.

Isabelle Demers (Dallas/USA) hat für ihren Auftritt am 7. Juli Stücke von Calvin Hampton und Jean Le Buis im Gepäck – für Cavelius Neuentdeckungen. Mit überraschend frischer Orgelmusik hat Marek Stefanski aus Krakau am 29. September vor, die Krefelder Kirche zu verzaubern.

Durch die Musik sollen alle Sinne angesprochen werden. Nicht nur die Besinnlichkeit, auch die Freude soll sich darin wiederfinden. Auch aus diesem Grunde wurde das Motto „Variationen“ ausgewählt. Es sollen in der kurzen Zeit möglichst viele Klangfarben vermittelt werden.

Die Pfeifenorgel in der Dionysiuskirche verfügt über 40 Register, also Klangfarben. Cavelius, mittlerweile seit 32 Jahren als Organist in Krefeld, ist selbst immer wieder verblüfft über die Vielfalt: „Ein Mensch kann das Instrument in seinem Leben nie vollends erfahren“, sagt er. Denn würde man 24 Stunden lang in jeder Sekunde eine neue Variation ausprobieren, so würde man dafür insgesamt 30 000 Jahre brauchen.

Auch wenn die Orgelmusik die Menschen in die Dionysiuskirche locken soll, so bleibt die Musik doch in der Kirche. Da diese eine Stadtkirche inmitten der City ist, wurde jedoch auch die musikalische Ausrichtung an die Örtlichkeit angepasst. „Wir verlangen keinen Eintritt, jeder ist bei uns willkommen“, sagt der Organist Andreas Cavelius.

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