Das Folklorefest ist gerettet

Das Folklorefest ist gerettet

Nach dem Hilferuf wurden private Spender, Sponsoren und Kreative aktiv. Doch für 2014 droht neue Ungewissheit.

Krefeld. Plötzlich kam das Konto in Bewegung. Private Spenden zwischen fünf und 1000 Euro gingen bei der Initiative Folklorefest ein, nachdem die WZ und andere Medien Anfang Juni über deren finanzielle Probleme berichtet hatten. Zwei Monate später lautet die frohe Botschaft: Das Fest an der Alten Kirche ist gerettet — zumindest für dieses Jahr.

Nach dem Hilfeschrei passierten noch andere wundersame Dinge. Mit der Wirtschaftsförderung, den SWK, der Sparkasse, Currenta, Habicht + Partner sowie Icandoit Communication kamen neue Sponsoren hinzu. Die Zahl der Facebook-Fans verdoppelte sich. Und bei den Vereinsmitgliedern gab es einen Zuwachs von rund 25 Prozent.

Auch Krefelds Kreative ließen sich Aktionen einfallen. Comic-Künstler Frät gestaltete eine Tasse zum 36. Folklorefest, Goldschmiedemeister Michael Hagmanns verwandelte das diesjährige Wappentier, ein Eichhörnchen, in einen silbernen Anstecker. Beides wird zugunsten des Vereins verkauft. „Für dieses Jahr ist alles okay“, sagt Pressesprecher Markus Kossack.

Allerdings droht 2014 neue Ungewissheit — und zwar von zwei Seiten. Zum einen müssen die Sponsoren Jahr für Jahr neu ins Boot geholt werden, um das Fest finanziell stemmen zu können. Zum anderen hat die Stadt Krefeld neue Auflagen beim Lärmschutz angekündigt.

Offenbar haben sich aufgrund der vielen Veranstaltungen auf dem Platz an der Alten Kirche Anwohner beim Ordnungsamt beschwert. Deshalb gibt es Überlegungen, die Bühne zu drehen und künftig vor dem „Limericks“ aufzustellen. Auf Anfrage wird das von der Stadt bestätigt. Die Beschallung solle auf diese Weise „in die entgegengesetzte Richtung der direkten Wohnbebauung“ gelenkt werden.

Zunächst hieß es, dass auch über eine zeitliche Begrenzung bis 21 Uhr nachgedacht werde. „Dann könnten wir das Fest künftig ganz knicken“, sagt Mitorganisator Jordi Preußler. Die erlaubten Dezibelzahlen werden nach Ansicht der Organisatoren schon durch Gespräche auf dem Platz übertroffen: „Wir können den Leuten ja nicht das Sprechen verbieten“, sagt der 2. Vorsitzende Harry Emke.

Die Stadt trat diesem Gerücht jedoch gestern entgegen. Für dieses Jahr liege eine Genehmigung bis 24 Uhr vor: „Eine Änderung dieser Regelung ist für das kommende Jahr nicht vorgesehen“, erklärt das Presseamt.