Crescendo-Chor: Festliche Klänge in der Josefskirche

Konzert : Festliche Klänge in der Josefskirche

Der Crescendo-Chor begeistert die Zuhörer in dem bis auf den letzten Platz besetzen Gotteshaus beim Weihnachtskonzert mit Musik von Johann Sebastian Bach.

Über eine bis auf den letzten Platz besetzte Josefskirche können sich der Crescendo-Chor und Chorleiter Heinz-Peter Kortmann freuen. Auf das Programm des Weihnachtskonzerts am vierten Advent hatte man festliche Musik von Johann Sebastian Bach gesetzt. „Das Magnificat ist ein Lobgesang und zutiefst adventlich“, sagt Kortmann in seiner Begrüßung. Mit der Musikauswahl des Abends kann auch kein Zweifel darüber aufkommen.

Instrumentalen Lobgesang und festliche Stimmung bringt das Rheinische Oratorienorchester in den dezent farbig angestrahlten Kirchenraum. Die Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur (BWV 1068) von Bach beginnt mit Pauken und Trompeten, dann gesellen sich die Streicher hinzu und verstärken den jubilierenden Charakter der Ouvertüre.

Eine der bekanntesten
Barock-Melodien

Mit dem zweiten Satz Air folgt eine der bekanntesten Melodien der barocken, wenn nicht gesamten klassischen Musik und bis in alle denk- und undenkbaren Variationen in verschiedensten Musikgenres bearbeitet – siehe knapp 81 Millionen Einträge im Internet.

Kortmann lässt das Orchester diesen langsamen Satz kühl distanziert, voller Würde umsetzen. Bei den weiteren Sätzen der Suite, die nach dem Verständnis barocker Komponisten eine Folge von Tänzen ist, wird es lebendiger, erhält die Gavotte sogar einen leicht tänzerischen Duktus.

Das große Werk Bachs, das im Mittelpunkt des Konzerts in St. Josef steht, ist das Magnificat (BWV 243), das in seiner ersten Fassung Weihnachten 1723 uraufgeführt wurde. Zu dieser Urform des Magnificats gehören vier, schon zu Bachs Zeiten alte deutsche und lateinische Lobgesänge, die der Thomaskantor in seine Komposition einbaut.

Mit diesen weihnachtlichen Einlagesätzen präsentiert der Crescendo-Chor das Magnificat in seinem Weihnachtskonzert. Der freudige, jubilierende Charakter wird sogleich erlebbar, der Chor bekommt dabei die Gelegenheit, seinen Gesang bis zu einem voluminösen Magnificat zu steigern. Ein sehr überzeugender Einstieg in das Werk.

Freude in zarteren Tönen kann die Sopranistin Ewa Stoschek ausdrücken in ihrer ersten Soloarie „Und mein Geist freuet sich“. Der Chor folgt mit dem ersten eingeschobenen Satz, einer Vertonung des altbekannten Weihnachtslieds „Vom Himmel hoch“. Im kontrastreichen Wechsel bietet Bach anschließend ein Terzett von Oboe, Sopranistin und Basso continuo, das andächtig und stimmungsvoll gestaltet wird.

Bei den „omnes generationes“ (alle Kindeskinder) schaffen Chor und Orchester eine Klangfülle, als wäre „alle Welt“ nun musikalisch anwesend. Die drei weiteren Gesangssolisten Ulrike Kamps-Paulsen (Alt), Wolfgang Klose (Tenor) und Justus Seeger (Bass) fügen sich mit ihren Interpretationen wunderbar in den barocken Lobgesang ein.

Der Chor liefert
starke Momente

Schönstes Jubilieren in verschiedenen Variationen ist zu hören, wie beispielsweise bei „die Hungrigen füllt er“ von der Altistin musikalisch umrankt von zwei Flöten und Basso continuo oder bei dem Duett von Sopran und Bass in „Virga Jesse“.

Starke Momente liefert immer wieder der Chor, der mit dem letzten Satz, einem Ehre sei dem Vater und dem Sohne, sich zu einem fulminanten Amen hin arbeitet. Tosender Beifall, stehender Applaus für die Musikerinnen und Musiker lässt da nicht lange auf sich warten. Kortmann erklärt, als er sich mit seinem Mikrofon durchsetzen kann, dass man in der Zugabe nichts wiederholen möchte.

Gemeinsam stimmen alle in das Jubilieren des Abends ein und bilden mit dem Lied „Nun freuet euch, ihr Christen, singet Jubellieder“ einen stimmgewaltigen Chor, den Kortmann gleichzeitig in alle Richtungen dirigierend bestens im Griff hat.

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