Burgserenade im Rittersaal

Burgserenade im Rittersaal

Am Freitag gastierten zwei international renommierte Künstlerinnen im Rittersaal der Burg Linn und verwöhnten das Publikum mit wunderschöner Musik.

Krefeld. Nachdem die letzte Burgserenade ganz kurzfristig wegen Erkrankung der Solistin ausgefallen war, wurde das vorletzte Konzert der Saison mit besonderer Spannung erwartet. Doch diesmal stand die Burgserenade unter einem guten Stern. Zwar wurde, in bester Gutman-Tradition, das Programm kurzfristig komplett umgestellt, aber nichts fiel aus, alles war gut. Zwei international bekannte Künstler zu Gast Mit der Cellistin Natalia Gutman und der Pianistin Elisso Wirssaladze waren zwei international renommierte Künstlerinnen zu Gast. Seit ihrem 16. Lebensjahr kennen sich die beiden gleichaltrigen Musikerinnen, seit ihrem gemeinsamen Studium in Moskau musizieren sie miteinander, beide haben sie sich bis ins siebte Lebensjahrzehnt eine erfrischende Vitalität bewahrt. Für ihre dritten Duoabend bei der Bayer Kulturabteilung hatten Natalia Gutman und Elisso Wirssaladze ein hochromantisches Programm mit Werken von Robert Schumann und Johannes Brahms zusammengestellt: Sonaten, Fantasiestücke, Stücke im Volkston. Traumhafte Musik Swjatoslaw Richter hat Natalia Gutman einmal die "Inkarnation der Wahrhaftigkeit in der Musik” genannt. Schon nach den ersten Takten verstand jeder, was der große russische Pianist damit gemeint hat. Natalia Gutman hat die wundervolle Gabe, Töne ruhig und fest auszuspielen und den harmonischen Ernst der Musik zu betonen, dunkel und bestimmt, keinen Ton gleichgültig, keine Passage schmalzig oder zopfig. Tosender Beifall und begeisterte Bravorufe Sie spielt ihr Instrument mit unglaublicher Leidenschaft, geht bis an die Grenzen des technisch Machbaren, lässt das Cello brillant kräftig klingen, kein Knätschton, kein winselndes Flageolett trübt das Ohr. Elisso Wirssaladzw erwies sich einmal mehr nicht nur als eine Begleiterin, sondern als eine gleichberechtigte pianistische Partnerin, die ihren Part höchst expressiv und virtuos spielte. Eine Übereinstimmung, die lebendig wirkte und in ihrer gemeinsamen Musiksprache absolut wahrhaft. Tosender Beifall, begeisterte Bravorufe - dennoch gab es keine Zugabe. In der nächsten Burgserenade am 1. Juni gastiert aus der 50. Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler das Trio Rossignol in der Besetzung Sopran, Flöte und Klavier mit einem Programm "Von Mythen, Märchen und Nachtigallen”. Vorverkauf ab 21. Mai beim Kulturbüro der Stadt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung