Stadtgeschichte Büchlein widmet sich Krefelder Ehrenbürgern

Krefeld · Heinz Webers hat eine Publikation über 22 Krefelder Ehrenbürger verfasst und liefert zudem viele Erklärungen zum Thema.

 Heinz Webers hat das Büchlein über die Ehrenbürger verfasst.

Heinz Webers hat das Büchlein über die Ehrenbürger verfasst.

Foto: Bischof, Andreas (abi)

Es ist etwas einfacher geworden sich über die inzwischen historischen Ehrenbürger der Stadt informieren zu wollen – wenngleich es immer noch einige kleine versteckte Kompliziertheiten gibt; aber dazu gleich mehr. Unabhängig davon, dass Verlinkungen, etwa von Wikipedia zu Webseiten auf der Internetpräsenz der Stadt zu den einzelnen Ehrenbürgern Krefelds auf ernsthafte Fehlermeldungsseiten führen, scheint es so, dass es durchaus das Desiderat gibt, dieses Thema für Jedermann greifbar aufzuarbeiten.

Für all die, die neugierig sind oder es noch werden wollen, hat der vor allem als Mundartspezialist bekannte pensionierte Stadtbeamte, Heinz Webers, – der einige der Ehrenbürger noch eng persönlich kannte – ein Büchlein zusammengestellt, das sich 22 Krefelder Ehrenbürgern widmet. Mit viel Erzähllust widmet sich der Autor nicht nur den von der Stadt so geehrten Persönlichkeiten in kurzen Porträts, sondern liefert auch in verschiedenen Kapiteln Erläuterungen, die bei der Einordnung helfen. Die Zahl der Ehrenbürger ist bei weitem nicht so eindeutig. Immerhin gab es getrennte Ehrenbürgerschaften für Krefeld und Uerdingen.

Zudem hat Webers bewusst auf jene Ehrenbürger in seinem Buch verzichtet, die als „Machthaber“ geehrt worden seien. Da finden sich neben Namen wie Bismarck auch Hindenburg und schließlich auch Hitler. Auch hierzu gibt es Erklärungen von Webers, wenngleich er auf die Fragestellung möglicher versäumter Aberkennungen nicht eingeht. Zu beachten: Ehrenbürgerschaft wird auf Lebenszeit verliehen und endet somit mit dem Tode. Aber wir wollen die Sache hier nicht verkomplizieren, denn hernach sind alle genannten auch historisch unverdächtigen Persönlichkeiten keine Ehrenbürger mehr – oder?

Das Büchlein, das auf Material zurückgreift, was Webers anlässlich eines VHS-Vortrages zusammengestellt hat, mag auch deshalb von Relevanz sein, weil just im Mai 2020 der letzte noch lebende Ehrenbürger der Stadt, der ehemalige Bürgermeister Hansheinz Hauser, verstarb. Übrigens in 157 Jahren, von 1863 bis 2020, sind drei Frauen und neunzehn Männer geehrt worden, die sich um Krefeld in herausragender Weise verdient gemacht haben – wie im Buch nachzulesen, mit Zwei-Drittel-Mehrheit der Ratsmandate. Nach den ersten 14 Ehrenbürgern wurden Straßen benannt, später sei dies nur noch zweimal geschehen, heißt es im Büchlein.

Die Namen in Reihenfolge ihrer Ehrung: Reinarz (1863), Märklin (1875), Roos (1881), Mauritz (1893), Emil und Fritz de Greiff (1907,1915), von Rheinbaben (1918), ter Meer (1922), Theißen (1927), Johansen (1930), Aldehoff (1938), Schwamborn (1950), Angerhausen (1963), Brües (1967), Hellenbrock (1970), Margarete Engländer (1973), die erste Frau in der Reihe, Wember (1986), Lore Cattepoel (1988), Billstein (1990), Luther (1990), Hauser (2002) und die 2015 verstorbene Helga Lauffs (2005). In der Reihe finden sich also zahlreiche Politiker, aber auch Gottesmänner, engagierte Bürger oder Künstler.

Heinz Webers „Die 22 Krefelder Ehrenbürger“, 108 Seiten, erschienen in bei Seidenweber-Bücherei, kostet 6 Euro.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort