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„Bestiarium“ auf der Leinwand

„Bestiarium“ auf der Leinwand

Tam zeigt Aufzeichnung eigener Inszenierung.

Zwei Miniaturbühnen, komplett ausgestattet mit Vorhängen, einer Beleuchtungsanlage en miniature sowie Dreh- und Hebebühne. Und darauf spielen sich tierische Szenen ab. Mit einem Marzipanschwein, Plastikschlangen und -spinnen und weiterem künstlichen Getier. Die Musik dazu stammt aus Jagd- und Vogelpfeifen. Das Theater am Marienplatz (Tam) zeigt im April noch einmal seine Inszenierung von Mauricio Kagels „Bestiarium“, allerdings nicht live, sondern als Fernsehaufzeichnung des WDR.

Als Kagel (1931-2008) im Jahr 2000 den damals mit stattlichen 250 000 Mark dotierten Siemens-Musikpreis erhielt, strahlte der WDR aus diesem Anlass Kagels „Bestiarium“ in der Krefelder Fassung von 1998 aus. Kagel setzt sich in seinem Stück auf ironische und skurrile Weise mit Redewendungen auseinander, die die Beziehung zwischen Mensch und Tier thematisieren, etwa „das Fell über die Ohren ziehen“, „Hörner aufsetzen“ oder „auf den Hund kommen“.

Die Krefelder Inszenierung von Pit Therre gehört zu den aufwendigsten Produktionen des kleinen Theaters am Marienplatz, schön, dass sie als Fernsehaufzeichnung dauerhaft dokumentiert ist. Der Besuch der Präsentation über Beamer und auf großer Leinwand lohnt sich. kMs