Ausstellung: Der Mensch im Mittelpunkt

Ausstellung: Der Mensch im Mittelpunkt

Nach langer Pause meldet sich die Galerie Fellner zurück — mit Arbeiten von Dong-Yeon Kim.

Krefeld. Nach längerer Pause meldet sich die Galerie Fellner von Feldegg mit einer sehenswerten Ausstellung in der Krefelder Kunstszene zurück. Seit zehn Jahren gehört Dong-Yeon Kim zu den Stammkünstlern der Galerie. Er wird bereits zum dritten Mal mit einer Einzelschau gewürdigt.

Das Werk des 1960 in Seoul geborenen Künstlers, der sowohl in seiner Heimat als auch in Düsseldorf lebt und arbeitet, ist sehr komplex. In seinen Zeichnungen, Installationen und plastischen Arbeiten verbinden sich europäische und asiatische Einflüsse auf vielfältige Weise. Moderne Zivilisation, aber auch uralte religiöse Traditionen beschäftigen ihn gleichermaßen.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch, auch wenn er, wie jetzt in den neuen Arbeiten, nicht explizit sichtbar wird. Stattdessen sind es Bauwerke, die als kleine einfache Behausungen oder riesige Metropolen in Kims Werk Gestalt annehmen.

Hatten seine älteren plastischen Arbeiten, wie in dem Zyklus „The holy city“, oft Modellcharakter, so hat er jetzt zu einer noch abstrakteren Formensprache gefunden. Grundlage sind immer Konstruktionszeichnungen, die auch jetzt Teil der Ausstellung sind. Ein Gerüst aus breiten Linien wird sichtbar, unzählige Ziffern als Maßangaben verbreiten einen eher wissenschaftlichen Eindruck.

Doch das eigentlich Spannende passiert im nächsten Schritt, wenn das auf dem Papier Konstruierte eine plastische Form annimmt. So gibt es an der Wand platzierte Reliefs aus Metall, die in intensiven Farben leuchten. Mit ihrer linearen Struktur erinnern sie an Häuserfassaden, und genau dort kann man sie auch platzieren — als Gruppe, wie jetzt an einer Wand der Galerie und in unterschiedlicher Größe. Mit entsprechenden Berechnungen lasse sich fast alles verwirklichen, sagt der Künstler.

Im Gegensatz zu diesen starren Elementen, die besonders durch ihre Farbigkeit Wirkung erzielen, steht eine zweite Werkgruppe. Es sind Wandobjekte aus hauchdünnen Aluminiumbändern, die der Künstler ebenfalls nach einem festen Plan zusammengefügt hat. Doch das streng Konstruierte verwandelt sich in sehr lebendig wirkende Objekte, die durch ihre Leichtigkeit und Eleganz beeindrucken.

Aufgrund ihrer filigranen Beschaffenheit eignen sie sich nur für den Innenraum, wo sie jedoch einen besonderen Zauber entfalten. Zugleich reizt es auch, ihre komplexen Strukturen zu ergründen. Ohne diese wären die Arbeiten wohl nur hübsche Dekoration.

Bis 30. Juni. Besichtigung nach Vereinbarung unter Telefon 31 72 85.