A-Gang ist eine Hommage an Krefeld

A-Gang ist eine Hommage an Krefeld

An den ersten beiden Novembersonntagen öffnen wieder elf Ateliers ihre Pforten. Hochschule ist mit von der Partie.

Seit Jahrzehnten arbeiten sie immer wieder gemeinsam und stellen auch seit mehr als 22 Jahren regelmäßig aus. Man kennt sich seit seinen Studienzeiten in Krefeld, als man hier technische Fähigkeiten und kreatives Arbeiten in der Werkkunstschule und den nachfolgenden Institutionen entwickelte. „Wir sind immer sehr aktiv gewesen — und das als Krefelder!“, erzählt Jari Banas, der die Kunstszene von Krefeld sehr schätzt. „In Krefeld wird man im Unterschied zu New York nicht berühmt, dafür aber in Ruhe gelassen.“

Und so verstehen er und seine kreativen Kolleginnen und Kollegen ihren „A-Gang“, den jährlichen Ateliergang, als eine Hommage an Krefeld. An den ersten beiden Novembersonntagen ist es wieder soweit, dass elf Krefelder Ateliers ihre Türen öffnen. Den Nachwuchs in Sachen Keramik-/Porzellan-/Glasdesign der Hochschule Niederrhein hat die eingeschworene Künstlergemeinschaft in ihrem 45. A-Gang einbezogen. Neun Studierende zeigen ihre Beiträge zum ESNC Flakonwettbewerb. Für zwei unterschiedliche Düfte mussten passende Gefäße kreiert werden, die zusätzlich noch einen Bezug zur Stadt und dem Krefelder Perspektivwechsel erkennen lassen.

Mauga Houba-Hausherr hat in ihrer Ausstellung Familiengeschichten und Beziehungskisten in Zeichnungen und Acrylarbeiten thematisiert. Als Gäste in ihrem Atelier zeigen Marlies Pufahl keramische Skulpturen und Beata Gruca-Wepa Aquarelle. Michael Lauer beschäftigt sich seit zwei Jahren mit Schwarz-Weiß-Malerei in Acryl auf unterschiedlichen Materialien. Lydia Poen bietet in diesem Kontext textile Objekte.

„Bunte Paintings gegen graue Alltagspein“ - so lautet das Motto von Jari Banas. Es sind fast noch feuchte Werke: „Zwei Wochen vor der Ausstellung gibt es bei mir immer ein intensives Malen, produziere ich meine Kunst wieder neu!“

Im Keramikatelier Linn zeigt Karin Habermann gedrehte und gebaute Keramik. Sie legt auch Intarsien in Porzellan ein und erzählt somit bildhafte Geschichten. Neben ihren keramischen Arbeiten bietet Dorothee Sprothen-Scheidt im Linner Atelier auch Reiseskizzen zu Landschaften und Städten. Natur in Acryl auf Leinwand, Schatten-Erlebnisse inklusive bietet Sabine Liesefeld ebenso in Linn.

Im Atelier Feuerfest präsentieren sich drei ehemalige Kommilitoninnen des Studiengangs Keramik. Rieke Hartwig lässt sich in ihrer Keramik von Architektur inspirieren. Antje Schwittmann-Schops beschäftigt sich bei ihren Natur- und Tierdarstellungen in Keramik aktuell mit Käfern und Insekten.

Beate Kratzenstein kombiniert ihre Keramikskulpturen mit Hölzern. Nichtalltägliches mit Nützlichem, Brauchbarem zu verbinden hat sich Ruth Kirsch in ihrer Gebrauchskeramik zur Aufgabe gemacht. Dabei nutzt sie auch die alte japanische Technik des Rakubrands. Als Gast hat sie Lutz Hartmann in ihrem Atelier, der mit seinen Fotografien Ungesehenes sichtbar macht.

In der Atelierwerkstatt Uerdingen wird es bei Christa Riemann klassisch; sie stellt gemalte Porträts von Nutztieren in der Manier alter Meister aus. Zusätzlich geben Andreas Zühlke (Fotografie) und Marion Schulz-Staufenbiel (Arbeiten auf Stahl) Einblicke in ihr kreatives Schaffen. Sabine Ehrle-Niederehe holt sich für ihre freien und spontanen Arbeiten Inspirationen von überall, aus der Natur, der Stadt, der Werbung.

Bei Brigitte Cauqil wird es dagegen geographisch konkreter: Sie findet die Anregungen und Motive für ihre abstrakten Arbeiten auf Reisen in die Provence. „Meine Arbeiten erinnern an Wände oder Mauern mit Patina, an rostiges Blech oder verwittertes Holz.“

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