Kufa rettet das Black-Music-Festival

Kufa rettet das Black-Music-Festival

Robin Lotze ist Ehrenamtler und investiert seinen Urlaub, damit in der Kulturfabrik am Samstag die Veranstaltung steigen kann.

In der Krefelder Kulturfabrik (Kufa) an der Dießemer Straße 13 wird aktuell noch gewartet und gehandwerkt. Nur noch ein Tag: Dann soll hier erstmals das Black-Music-Festival Germany zu Gast sein. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, ist Arbeitskraft gefragt. Ein Ehrenamtler ist seit Wochenbeginn jeden Tag in der Kufa im Einsatz: Vorstandsmitglied Robin Lotze investiert seinen Urlaub in die Vorbereitungen für das Festival und gibt alles, damit die Location rechtzeitig fertig wird.

Foto: Dirk Jochmann

Robin Lotze, Vorstandsmitglied im Verein der Krefelder Kulturfabrik

Denn eigentlich sollten die jährlichen Wartungsarbeiten, die gerade im Gange sind, noch bis nach dem Wochenende andauern. Die spontane Anfrage von Veranstalter Macit Uzbay hat diesen Zeitrahmen minimiert. Lotze ist zuversichtlich, dass es trotzdem funktioniert: „Ich bin sicher, dass wir Freitagvormittag mit allem soweit fertig sind. Alle Ehren- und Hauptamtlichen geben hier gerade Vollgas, und wir sehen zu, dass wir das Ding an den Start kriegen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Lotze bei seinem Verein so stark eingebunden ist. Bereits seit elf Jahren engagiert der Duisburger sich im Kufa-Verein. Aufmerksam auf die Mitarbeit wurde er damals durch eine Anzeige im Internet. „Ich habe mich schon immer für Musik interessiert und bin außerdem technikaffin. Diese Interessen konnte ich durch die Vereinsarbeit gut kombinieren.“ Seitdem kümmerte er sich um die Technik in der Kufa.

Lotze, der früher als Veranstaltungstechniker tätig war, genießt heute seinen „normalen 9 to 5 Job“ bei der Stadtverwaltung Duisburg in der Informatik. Die geregelten Arbeitszeiten seien ein guter Ausgleich zu seinem anspruchsvollen Ehrenamt.

Seit anderthalb Jahren ist Lotze nun auch Vorstandsmitglied bei der Kufa. Das Vereinsleben macht ihm großen Spaß. „Da entstehen mit der Zeit natürlich auch Freundschaften. Es fühlt sich gut an, gemeinsam etwas zu bewirken.“ Viele tolle Konzerte habe er durch die Arbeit in der Kufa schon miterleben können, auch solche, auf die er sonst nie gegangen wäre. Etwa 120 Mitglieder zählt der Verein aktuell, rund 220 Veranstaltungen stemmen die Ehren- und Hauptamtlichen im Verlauf eines Jahres, das sind etwa vier bis fünf Termine pro Woche. „Das schafft man eben nicht, wenn man am Wochenende mal eine Stunde investiert“, sagt Lotze. „Der Mitgliedsbeitrag ist bei uns die Arbeitsleistung. Denn die brauchen wir auch.“ Manche leisten einen größeren Beitrag als andere. Lotze aber leistet die vergangenen Tage einen besonders großen.

Er nimmt die Vereinsarbeit bei allem Spaß auch sehr ernst. Einen Großteil seiner Freizeit wendet er für die Kufa auf. Ihm macht das wenig aus. „Es ist ein sehr zeitaufwändiges, aber eben auch ein sehr schönes Hobby. Ehrlich gesagt, im Fußballverein hat man ja auch zweimal die Woche Training und dann am Wochenende ein Spiel.“ Dass er nun auch noch seinen Urlaub mit der Vorbereitung aufs anstehende Black-Music-Festival verbringt? Lotze nimmt’s sportlich. Jetzt muss er aber weitermachen. Schließlich gibt es noch Einiges zu tun, bis man hier am Samstag drinnen und draußen internationale RnB- und Hip-Hop-Künstler bestaunen kann.

Mehr von Westdeutsche Zeitung