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KuFa: Kein Kasalla - Wie die Kulturbranche nach wie vor unter Corona leidet

Pandemiefolgen : Kein Kasalla in der KuFa - Wie die Kulturbranche nach wie vor unter Corona leidet

Viele Veranstalter leiden nach wie vor unter den Folgen der Corona-Pandemie. Darunter auch die Kulturfabrik Krefeld.

Aufgrund der nach wie vor anhaltenden Corona-Pandemie kommt es immer wieder zu Absagen von Live-Events. Davon bleiben auch viele Krefelder Veranstalter nicht verschont. So etwa auch die Kulturfabrik Krefeld an der Dießemer Straße 13 in Cracau. Auch wenn derzeit Bilder von ausverkauften Festivals und feiernden Menschen, wie auf dem Christopher Street Day umhergehen, so steht es um die Kulturbranche nach wie vor nicht so gut. Bei der KuFa äußerte sich dies unter anderem in den Absagen der Kölsch-Rocker Kasalla oder auch der Lesung von Spiegel-Autor Juan Moreno.

Ebenso musste der KuFA-Biergarten gecancelt werden. Grund waren neben wenig Zuspruch auch fehlende Ticketverkäufe. Verantwortlich dafür sind der coronabedingte Personalmangel, wie auch die steigenden Energiepreise, Mieten und Personalkosten. Außerdem werden Tickets spontaner, oftmals an der Abendkasse erst erworben. Dies erschwert eine Planung immens. Auffallend ist zudem, dass selbst gekaufte Eintrittskarten nicht zwangsläufig garantieren, dass der Inhaber auch erscheint.

„Wir konnten 2019 noch rund 90.000 Gäste verzeichnen. 2020 waren es auch dank des gut besuchten Zoo Aids Anfang des Jahres immerhin 18.023 Gäste, 2021 ganze 18.311 Zuschauer. Im laufenden Jahr haben wir zwar jetzt bereits knapp 22.000 Gäste in der KuFa begrüßen können. Zum langfristigen Überleben reichen diese Zahlen jedoch nicht. Denn zu den fehlenden Ticketverkäufen kommen auch steigende Mieten und deutlich höhere Kosten für Sicherheits- und Sanitätsdienstleitungen. Auch in diesem Bereich wird es in absehbarer Zeit zu keiner Verbesserung kommen. Wir und alle Kollegen sind deshalb weiterhin auf Förderungen angewiesen“, äußerte sich Sebastian Noack, Vorstand und Kassenwart der Kulturfabrik Krefeld besorgt.

Ebenso pessimistisch zeigt sich Robin Lotze, Vorstand der Kulturfabrik Krefeld: „Nach den wochenlangen Schließungen in den vergangenen beiden Jahren und vielen Hygienekonzepten, die manchmal wöchentlich angepasst werden mussten, dürfen wir jetzt endlich wieder veranstalten. Und trotzdem geht es der Kulturbranche nicht gut. Wir können nur an die Krefelder appellieren: Es ist für alle eine schwierige Zeit. Ob Inflation, Ukraine-Krieg oder Corona. Doch wer auch in Zukunft seine Lieblingsband vor der Haustür sehen möchte, sollte frühzeitig Tickets im Vorverkauf erwerben.“

Der Geschäftsführer von a.s.s. concert & promotion gmbh, Michael Bisping, weist darauf hin, dass kleinere Veranstaltungen von den Größeren in den Schatten gestellt werden und somit der Eindruck erweckt wird, dass es der Kulturbranche wieder gänzlich gut geht. „Tatsächlich ist es im Moment so, dass die Medien mit ihrer Berichterstattung den Eindruck erwecken, das Thema Corona gehöre der Vergangenheit an und die Veranstaltungswirtschaft boome wieder wie in Vorpandemiezeiten. Hierbei wird wohl vornehmlich auf eine Reihe von ausverkauften Großveranstaltungen, Festivals wie Einzelkonzerten der absoluten Oberliga abgestellt…und leider genau dieser Eindruck wird auch bei der Politik verstärkt, die sich dadurch in der Meinung, die Branche brauche zukünftig keine Unterstützung mehr, gestärkt sieht. Leider ist das aber absolut nicht der Fall, da diese Betrachtungsweise leider das absolute Gros der Veranstaltungen, die riesige Zahl von mittleren und kleineren Veranstaltungen, komplett außer Acht lässt.“

(red)