Kufa: Jugendliche wollen Krefeld verbessern

Demokratie in Krefeld : Jugendliche wollen Krefeld verbessern

Der Jugendbeirat gewährt in der Kulturfabrik Einblick in seine Projekte und lädt zum tatkräftigen Mitwirken ein.

Mehr Mülltonnen, mehr Sportplätze, mehr Sitzmöglichkeiten in der Innenstadt, aber auch günstigere Bus- und Bahntickets sowie ein größeres Angebot an Treffpunkten für Jugendliche. Das sind nur wenige der Anregungen und Wünsche, die viele junge Leute an der sogenannten „Themenmauer“ benennen. Dabei geht es vor allem darum, dass jeder die Krefelder Themen mitteilt, die ihn stören und die er selbst anpacken möchte. Denn das eigene Engagement steht bei der Findungsveranstaltung des Jugendbeirats in der Kulturfabrik im Mittelpunkt, das Motto ist: „Farbe bekennen und mitgestalten“. Hierfür wird den jungen Menschen von 14 bis 21 Jahren die Möglichkeit geboten, den städtischen Jugendbeirat und seine Arbeit besser kennenzulernen.

Neben der Themenmauer gibt es vier Ecken, die zu Diskussionsrunden zu den jeweiligen Themen einladen. „Jugendgerechtes Krefeld“, „Weltoffenes Krefeld“, „(Jugend-) Kulturstadt Krefeld“ und „Kommualtalk Krefeld“ heißen die Bereiche, in denen die Mitglieder des Jugendbeirats einen Dialog anbieten.

Unter dem Titel „Weltoffen“ werden Vorurteile mit positiven Anregungen gegenübergestellt. Beispielsweise steht auf der einen Seite „Migrant Schläger Kriminell“ und „Glatze Tattoos Nazi“, während die andere Seite „Zukunft Gestalten Verschönern“ und „Mensch Toleranz Akzeptanz“ aufzeigt. In der Ecke „Jugendgerechtes Krefeld“ geht es vor allem um mehr Räume und Plätze für die jungen Erwachsenen. „Krefeld hat haufenweise Spielplätze, aber für Jugendliche ist einfach zu wenig da“, sagt Markus Kitzinger, der mit seinem Tandem-Team die bisherigen Projekte vorstellt. So haben sie bereits unter anderem eine Wiese für sich in Anspruch genommen und dort Sitzgelegenheiten selbstständig aufgebaut.

Bürgermeisterin lädt
zur Diskussionsrunde

Weitere Projekte werden in einem vorbereiteten Video des Jugendbeirats präsentiert, in dem sich die Mitglieder vorstellen und die Gründe für ihr Engagement nennen. Sie alle haben Spaß an der ehrenamtlichen Arbeit und wollen noch mehr junge Leute dazu motivieren, sich zu beteiligen. Regelmäßig werden Poetry Slams für ein besseres Miteinander veranstaltet, ein Schüleraustausch nach Polen wurde bereits organisiert, und auch an einer Mitgestaltung eines Jugendbereiches im Stadtwald wird tatkräftig gearbeitet.

Weitere Pläne sollen folgen, wobei auch eine Umfrage helfen soll, Anregungen zu geben und die Störfaktoren der Jugendlichen zu ermitteln. Es kommt heraus, dass einige die Innenstadt nicht schön finden und sich mehr Geschäfte wünschen. „Ich gehe zum Shoppen lieber nach Düsseldorf“, meint ein Mädchen, das spontan auf der Straße befragt wird. Um solche Ideen zu verwirklichen, befindet sich der Jugendbeirat im Austausch mit der Stadt und setzt sich für einen eigenen Raum für ihre Treffen ein.

Die enge Bindung zur Politik beweist auch die Begrüßungsrede der Bürgermeisterin Karin Meincke. Zunächst liest sie die Namen aller bisherigen Mitglieder des Jugendbeirats vor und bedankt sich für das tolle Engagement. „Ich glaube, es gibt so viele Jugendliche in Krefeld, die Potenzial haben, sich zu engagieren“, motiviert sie die vielen Anwesenden, ebenfalls etwas bewirken zu können. „Ich hoffe, dass mit der heutigen Veranstaltung eine super Mauer gebaut wird“, freut sich die Bürgermeisterin weiter und fügt abschließend an: „Aber eine, die verbindet, und keine, die trennt.“